Der internationale Weizenmarkt präsentierte sich in der letzten Handelswoche des Jahres schwach. In den USA gerieten vor allem Winterweizensorten unter Druck. SRW- und HRW-Weizen gaben im Wochenverlauf deutlich nach, während sich Sommerweizen in Minneapolis nur leicht schwächer zeigte. Hauptgrund für die schwache Kursentwicklung waren enttäuschende US-Exportzahlen. Die wöchentlichen Verkaufszahlen verfehlten die Erwartungen teils deutlich und lagen sowohl im Vergleich zur Vorwoche als auch zum Vorjahr erheblich im Minus. Zwar summieren sich die US-Weizenexporte im laufenden Vermarktungsjahr auf ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr, doch zuletzt ließ die Dynamik spürbar nach. Geopolitische Signale, wie mögliche Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland, wurden vom Markt zunächst neutral aufgenommen. Belastend wirkten zudem überarbeitete Prognosen für die weltweite Angebotslage: So hob die Börse in Buenos Aires ihre Schätzung zur argentinischen Weizenernte an und auch die russischen Exportaussichten wurden von SovEcon leicht nach oben korrigiert. Der Euronext-Weizen zeigte sich ebenfalls schwächer, wenn auch mit begrenzten Verlusten.
Auch der Maismarkt konnte sich dem Abwärtstrend nicht entziehen. Schwächere Exportverladungen und rückläufige Ethanolproduktion sorgten zu Wochenbeginn für deutliche Kursverluste an der CBOT. Zwar brachte der USDA-Bericht zur Jahreswende mit 2,2 Mio. t Verkaufsvolumen einen bullischen Impuls, doch dieser verpuffte weitgehend. Die Ethanolzahlen wirkten ambivalent, da steigender Ausstoß mit gleichzeitig wachsenden Lagerbeständen einherging. Der europäische Maispreis folgte dem Trend und schloss ebenfalls tiefer.
ZMP Live Expertenmeinung
Zum Jahresende haben schwache Fundamentaldaten die Oberhand gewonnen. Die rückläufigen US-Exporte bei Weizen und Mais belasten die Stimmung, auch wenn der längerfristige Trend bei Maisexporten weiterhin positiv bleibt. Zusätzlichen Druck erzeugen die angehobenen Angebotsprognosen aus Argentinien und Russland, die für einen robusten Wettbewerb am Weltmarkt sorgen. Der schwache Jahresausklang muss jedoch nicht zwangsläufig den Ton für den Jahresstart setzen. Entscheidend werden die kommenden USDA-Berichte sowie mögliche geopolitische Entwicklungen sein. Kurzfristig dürfte die Abwärtstendenz jedoch anhalten, zumal technische Unterstützungen zuletzt durchbrochen wurden.