Beim US-Weizen haben sich im Verlauf des Tages immer mehr die Bären durchgesetzt. An den drei wichtigen US-Börsen leuchteten die Vorzeichen rot. Am Donnerstag wurden vom USDA die wöchentlichen Exportverkäufe veröffentlicht. Diese zeigten einen Gesamtverkauf von 443.697 Tonnen Weizen für den Export 2024/25, was über dem oberen Ende der Schätzungen von 400.000 Tonnen liegt und damit die Verluste etwas bremsen konnte. Das Ergebnis stellt ein Drei-Wochen-Hoch dar und liegt knapp 62 % über dem Ergebnis aus dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Japan war mit 170.200 Tonnen der größte Käufer, gefolgt von Thailand mit 63.000 Tonnen. Zwischenzeitlich kaufte Japan erneut am Weltmarkt ein, insgesamt 137.048 Tonnen Weizen aus den üblichen Herkunftsländern wie Australien und Kanada, wobei 85.703 Tonnen spezifisch aus den USA stammten. Saudi-Arabien zeigt sich ebenfalls aktiv und hat eine Lieferung von 295.000 Tonnen Weizen für Dezember und Januar ausgeschrieben. In Russland haben die sich verschlechternden Anbaubedingungen die russischen Exportpreise weiter gestützt. Am Montag taxierten die Analysten von Ikar den FOB-Preis für Weizen mit einem Proteingehalt von 12,5 Prozent und einer Lieferung im November 5 US-Dollar höher als in der Vorwoche, bei 222,00 US-Dollar pro Tonne. Die Analysten von SovEcon bezifferten die russischen Weizenausfuhren der vergangenen Woche auf 1,14 Millionen Tonnen, ein Plus von rund 300.000 Tonnen auf Wochensicht. An der Euronext wurde ebenfalls der Rotstift angesetzt. Ganz einheitlich zeigten sich die Weizenfutures gestern in der Entwicklung jedoch nicht. Während die vorderen Termine negativ blieben, konnten die mittleren Kontrakte noch die Vorzeichen drehen und beendeten den Handel mit marginalen Gewinnen. Die EU-Kommission senkte derweil ihre Prognose für die Weizenproduktion 2024/25 innerhalb der Staatengemeinschaft von 116,1 auf 114,6 Millionen Tonnen. Damit markiert der Wert ein Zwölfjahrestief. Die Saisonendbestände werden nun 800.000 Tonnen niedriger bei 11,7 Millionen Tonnen gesehen. Als Ursache wurden die ungünstigen Anbaubedingungen in weiten Teilen des Kontinents genannt. Einem Bericht der EU-Kommission zufolge belaufen sich die Weichweizenexporte der EU-Staaten seit Saisonbeginn im Juli auf bislang 6,14 Millionen Tonnen. Das Ergebnis der Vorsaison wurde um 26 Prozent verfehlt. Allerdings verweist der Bericht darauf, dass die Daten für Italien und Frankreich unvollständig seien. Zielland Nummer eins war Nigeria, gefolgt von Ägypten und Marokko.
Bei den Maisfutures machten die US-Kurse eine Pause von der Rallye dieser Woche. Die Kontrakte verbuchten moderate Verluste, wobei die nächst fälligen Kontrakte den Rückgang anführten. Trockenheit ist für einen Großteil der USA in der nächsten Woche gemeldet, sodass die Landwirte mit einem flotten Erntetempo in den kommenden 14 Tagen rechnen. Der wöchentliche Exportverkaufsbericht zeigte, dass insgesamt 1,684 Millionen Tonnen Mais in der Woche bis zum 26. September gebucht wurden. Das lag über den oberen Schätzungen der Handelsprognosen und stellt den höchsten Wert in den ersten vier Wochen des Marketingjahres dar. Der größte Käufer war Mexiko mit 540.800 Tonnen, gefolgt von Kolumbien mit 339.100 Tonnen und Japan, das 244.000 Tonnen kaufte. Der Euronext-Mais zeigte sich uneinheitlich und Impulslos. Während der Frontmonat auf der Stelle trat, mussten die hinteren Termine leicht nachgeben. Die EU-Kommission senkte ihre Prognose für die nutzbare Maisproduktion 2024/25 innerhalb der Staatengemeinschaft von 61,6 auf 60,1 Millionen Tonnen.
ZMP Live Expertenmeinung
Auf den Getreidemärkten ist unverändert vor allem die Ernte in vielen Regionen der Welt derzeit im Fokus. In der EU läuft die Maisernte in vielen Regionen mit teils sehr heterogenen Ergebnissen auf vollen Touren, und auch in den USA könnte die Ernte mit dem gemeldeten Wetter nochmal deutlich an Geschwindigkeit zulegen. In Russland und der Ukraine hingegen sind derzeit die Anbaubedingungen nicht optimal und geben den Bullen immer wieder Rückwind. Besonders die endgültigen Ernteergebnisse dürften sich auf die Preisentwicklung auswirken. Global werden trotz einiger Widrigkeiten eine solide Ernte erwartet.