Die Weizennotierungen gerieten in der zurückliegenden Woche unter spürbaren Druck. Während sich die SRW- und HRW-Kontrakte zum Wochenbeginn noch von der kräftigen Mais-Rally stützen ließen, bestimmten ab Dienstag bärische Fundamentaldaten das Geschehen. Besonders die deutlich nach oben korrigierte Weizenprognose von Abares aus Australien sowie die steigenden Exporterwartungen aus der Ukraine und Russland setzten die Notierungen an der CBoT unter Druck. Zur Wochenmitte belastete zusätzlich die schwache Exportbilanz der EU, auch wenn unvollständige Daten aus Frankreich und anderen Ländern eine genaue Einordnung erschwerten. Unerwartet starke US-Exportzahlen konnten den Abwärtstrend lediglich abfedern, nicht aber umkehren. Der Zustand der US-Sommerweizenernte lag im Rahmen der Erwartungen, ebenso wie der zügige Fortschritt der Druscharbeiten. Am Freitag folgte ein schwacher Ausklang, trotz eines 5-Jahreshochs bei den US-Weizenexporten im Juli.
Der Mais zeigte sich in Chicago volatil, konnte sich aber über die Woche hinweg behaupten. Nach einem kräftigen Kurssprung vor dem verlängerten US-Wochenende, ausgelöst durch Pflanzenschutzsorgen und starke Exportnachfrage, folgte eine Phase wechselhafter Entwicklungen. Insbesondere die zunehmende Skepsis gegenüber den USDA-Ertragsschätzungen, verschärft durch fehlende Niederschläge und Krankheitsdruck im Maisgürtel, verlieh dem Markt Rückenwind. Bestandsbewertungen wurden zwar leicht abgestuft, blieben aber im Rahmen der Erwartungen. Positive Exportzahlen stützten zusätzlich, ebenso wie ein starker Juli bei Ethanol- und Maisverladungen. In Europa hingegen blieb der Markt von den Impulsen der CBoT weitgehend abgekoppelt. Die schwache Weizenentwicklung belastete, erst zum Wochenschluss folgte ein leichter Erholungsschub, der jedoch schnell wieder verpuffte.
ZMP Live Expertenmeinung
Die globalen Weizenmärkte stehen weiter unter Druck. Besonders die gestiegenen Ernteerwartungen aus Australien und die anhaltend hohe Exportbereitschaft Russlands erhöhen das Angebot auf dem Weltmarkt. Zwar zeigen sich die US-Exporte unerwartet stark, doch reicht das nicht aus, um den Preisdruck nachhaltig zu mildern. Bei Mais mehren sich hingegen die Anzeichen für eine fragile Ertragssituation in den USA. Krankheitsdruck, fehlender Regen und sinkende Bestandsbewertungen könnten das Potenzial begrenzen. Solange diese Unsicherheiten bestehen, dürfte der Maismarkt anfällig für weitere Preisimpulse bleiben.