Rückblickend herrschte in der vergangenen Woche eine gemischte Stimmung an den Getreidemärkten, die durch politische Turbulenzen und Zahlen geprägt war, die beim Preis für Winterweizen zu einer insgesamten Abwärtsbewegung geführt haben. Abgesehen vom Frühjahrsweizen, der dieser Bewegung trotzte, drückten gute Wetterprognosen und neue Zahlen auf die Stimmung. USDA-Berichte in der Mitte der Woche zeigten, dass die Aussaat schneller als üblich voranschreitet, die Bestände allerdings im Frühjahrsweizen nur zu 45 % als gut/ausgezeichnet bewertet wurden.
Für leichte Turbulenzen sorgten Mitte der Woche die Geschehnisse rund um die Zollpolitik Trumps. Nachdem ein US-Handelsgericht die von ihm verhängten Zölle für unzulässig erklärt hat, wurde diese Entscheidung tags darauf wieder von einem Berufungsgericht kassiert. Verglichen mit den Finanzmärkten, ließ dieser Umstand die Weizenpreise jedoch weitgehend unbeeindruckt. Zum Wochenschluss zeigte sich ein gemischtes Bild: Während Winterweizen leicht nachgab oder stagnierte, setzte der Frühjahrsweizen seinen Aufwärtstrend fort. Exportdaten fielen durchwachsen aus – für das alte Wirtschaftsjahr gab es Rücknahmen, das neue dagegen startete mit soliden Verkaufszahlen. Auch spekulative Händler reduzierten ihre Netto-Short-Positionen etwas. Der Preis für Mais geriet in der vergangenen Woche unter Druck. Die aufgrund der günstigen Witterung guten Anbaubedingungen im Mais-Gürtel und die USDA-Anbau-Daten sorgten zeitweise für eine Abwärtsbewegung. 87% der Maisfläche sind bereits bestellt und damit 2 % mehr als gegenüber dem 5-Jahresdurchschnitt. Auch der zwischenzeitliche Anstieg der Ethanolproduktion konnte die Kurse nicht nachhaltig stützen. Der sinkende US-Dollar trägt sein Übriges zum Verfall des Kurses bei. Auch aus Südamerika kommen positive Zahlen zur Schätzung der Erntemenge. All diese Faktoren sorgten für eine rückläufige Entwicklung bei den Preisen.
ZMP Live Expertenmeinung
Für den Maismarkt überwiegen derzeit die bärischen Signale – zügige Aussaatfortschritte, gute Wetterbedingungen und positive Ernteschätzungen aus Südamerika belasten die Preisentwicklung. Zwar stützen schwächere Bestandsbewertungen und eine steigende Ethanolnachfrage kurzfristig, doch bleibt die Gesamtstimmung gedrückt. Beim Weizen zeigt sich ein gemischtes Bild: Während Winterweizen unter Druck bleibt, sorgt die schwache Qualität beim Frühjahrsweizen für leichte Unterstützung. Die Entwicklung des US-Dollars kann sich durch das turbulente politische Umfeld schnell auf den Preis niederschlagen und den Gesamtmarkt deutlich beeinflussen.