Der Weizenmarkt startete mit wenig Impulsen in die Woche und blieb zunächst unter Druck. Zu Wochenbeginn belasteten schwache US-Notierungen, ausgelöst durch enttäuschende kurzfristige Exportdaten, während die längerfristig solide Entwicklung der Verschiffungen kaum stützend wirkte. Vor allem SRW-Weizen gab in Chicago deutlich nach, während HRW-Weizen in Kansas City etwas stabiler tendierte, aber ebenfalls Verluste verzeichnete. Zur Wochenmitte fehlten weiterhin klare Richtungsgeber. Meldungen aus der Türkei rückten in den Fokus, da verbesserte Niederschlagsbedingungen dort Hoffnungen auf höhere Erträge weckten und das globale Angebotsbild entspannten. Gegen Ende der Woche drehte der Markt vorübergehend nach oben, getragen von einer allgemein freundlicheren Stimmung an den Agrarmärkten und politischen Signalen aus den USA in Richtung China. Fundamentale Unterstützung blieb jedoch begrenzt, da die wöchentlichen US-Exportbuchungen erneut schwach ausfielen. An der Euronext zeigte sich der Weizenmarkt insgesamt stabiler. Logistische Einschränkungen durch winterliche Bedingungen sowie die Euro-Schwäche sorgten zwischenzeitlich für Halt, doch das weltweit reichliche Angebot begrenzte das Aufwärtspotenzial.
Der Maismarkt präsentierte sich ausgeglichener. Zu Wochenbeginn hielten solide Exportverpflichtungen auf Sicht der laufenden Saison die Kurse, auch wenn die kurzfristigen Verschiffungen enttäuschten. Zur Wochenmitte stützten starke Verarbeitungszahlen für die US-Ethanolproduktion, während gegenläufige Signale von rückläufiger Wochenproduktion bremsend wirkten. Zum Wochenausklang rückte Argentinien in den Mittelpunkt, wo sich der Zustand der Maisbestände infolge anhaltender Trockenheit weiter verschlechterte. Diese Entwicklung verlieh den Kursen zusätzlichen Auftrieb, auch wenn an der Euronext kaum Bewegung aufkam.
ZMP Live Expertenmeinung
Kurzfristig bleibt der Getreidemarkt anfällig für Rücksetzer, da die Nachfrage insbesondere bei Weizen nicht überzeugt. Gleichzeitig könnten wetterbedingte Risiken in wichtigen Exportregionen für Mais und politische Signale im Handel jederzeit für Verwerfungen sorgen. Weizen dürfte sich vorerst in einer Seitwärtsphase bewegen, wobei Unterschiede zwischen den Sorten bestehen bleiben. Mais hat aufgrund der Entwicklungen in Argentinien etwas mehr Unterstützung, bleibt aber ebenfalls stark exportabhängig. Insgesamt spricht vieles für eine vorsichtige, abwartende Haltung der Marktteilnehmer. Erst neue klare Fundamentaldaten könnten einen nachhaltigen Trend auslösen.