Am letzten Freitag startete der Weizenmarkt mit Rückenwind aus den Vortagen. Vor allem SRW und HRW Weizen konnten zunächst zulegen, während der Handel gleichzeitig von einer insgesamt dünnen Nachrichtenlage geprägt blieb. Aufmerksamkeit galt unter anderem Frankreich, wo der Anteil der Bestände mit der Bewertung gut oder ausgezeichnet laut FranceAgriMer auf 84 Prozent sank. Auch Wetterberichte aus den USA rückten in den Fokus, da hohe Temperaturen und kräftige Winde in Teilen der Plains und des Mittleren Westens Feuerwarnungen auslösten. Am Wochenende wurde bekannt, dass die USA und Israel sich für eine militärische Intervention im Iran entschieden hatten. Die Stimmung am Getreidemarkt war zu Wochenbeginn daraufhin abwartend abwartend. Zur Wochenmitte gerieten die US-Notierungen jedoch unter Druck. Schwache Exportzahlen des US Agrarministeriums sowie Regenaussichten für Teile der Southern Plains belasteten die Stimmung. Gleichzeitig meldete die EU Kommission steigende Weizenexporte seit Beginn des Wirtschaftsjahres. Auch die geopolitische Entwicklungen prägten den Handel. Hoffnungen auf eine Entspannung im Iran Konflikt ließen zwischenzeitliche Risikoaufschläge schrumpfen und drückten die Kurse sowohl in den USA als auch an der Euronext. Gegen Ende der Woche drehte die Stimmung jedoch erneut. Wieder eskalierende Kampfhandlungen im Nahen Osten ließen die Rohölpreise steigen und sorgten für kräftige Aufschläge bei SRW und besonders bei HRW Weizen. Unterstützend wirkten zudem anhaltende Trockenhinweise für Teile der westlichen Plains.
Am Maismarkt zeigte sich zu Wochenbeginn ebenfalls eine gemischte Tendenz, ehe schwächere US Exportdaten kurzfristig für Druck sorgten. Trotz rückläufiger Wochenwerte blieb das Exportniveau im Jahresvergleich deutlich höher. Zur Wochenmitte stützten private Exportmeldungen sowie steigende Notierungen in Europa. Gleichzeitig blieb die Ethanolproduktion in den USA auf hohem Niveau. Zwischenzeitlich belastete die Aussicht auf eine mögliche Entspannung im Iran Konflikt die Kurse, da wieder stärker auf die umfangreichen globalen Lagerbestände geblickt wurde. Gegen Ende der Woche sorgten jedoch steigende Rohölpreise und überraschend starke Exportbuchungen von mehr als zwei Millionen Tonnen Mais für eine deutliche Erholung. Zusätzlich verbesserten Niederschläge die Bestände in Argentinien, während die Ernte dort langsam an Fahrt gewinnt.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Märkte bleiben derzeit stark von geopolitischen Entwicklungen abhängig. Besonders der Iran Konflikt könnte kurzfristig weiter für deutliche Schwankungen sorgen, da Energiepreise und Frachtraten unmittelbar auf die Agrarmärkte durchschlagen. Die Berichtslage um den Konflikt sendet ein gemischtes Bild. Ein baldiges Ende ist momentan nicht absehbar. Gleichzeitig rücken Wetterentwicklungen in den US Plains wieder stärker in den Fokus. Sollten sich Trockenprobleme dort ausweiten, könnte dies dem Weizenmarkt zusätzliche Unterstützung geben. Beim Mais bleibt die Nachfrage aus dem Exportgeschäft ein entscheidender Faktor. Die jüngsten starken Buchungen zeigen, dass die internationale Nachfrage weiterhin robust ist. Insgesamt dürfte die Volatilität hoch bleiben.