Der internationale Weizenmarkt zeigte sich in dieser Woche äußerst volatil und war vor allem von Spekulationen rund um mögliche chinesische Käufe geprägt. Während SRW- und HRW-Weizen in Chicago sowie Kansas zur Wochenmitte auf neue Mehrmonatshochs kletterten, setzte gegen Ende der Woche eine spürbare Korrektur ein. Hintergrund war die späte, aber nun bestätigte Order Chinas über 120.000 Tonnen US-Weizen, die allerdings weit hinter den Gerüchten der Vortage zurückblieb. So ließ dieser Umstand die Kurse trotz der Nachricht keinen Auftrieb erleben. Belastend wirkten zudem fehlende offizielle Exportdaten infolge des anhaltenden Regierungsstillstands in Washington, auch wenn Schätzungen auf ein aktives Auslandsgeschäft hinwiesen. In Russland führten stabile Exportpreise und eine Erhöhung der Ausfuhrschätzungen zu der Ansicht, dass der internationale Wettbewerb durch die erwarteten Ernten zusätzlich zu den Vorgaben aus Argentinien und Australien hoch bleibt. In der EU half der schwache Euro, französische Weizenexporte wettbewerbsfähig zu halten. Frankreich holte zudem fehlende Exportdaten nach, was die EU-Gesamtausfuhren deutlich erhöhte. Dennoch schloss der Euronext-Weizen zuletzt tiefer, nachdem die Rallye in Paris zuvor ins Stocken geraten war.
Am Maismarkt war der Trend weniger dynamisch, aber ebenfalls von vielen Impulsen geprägt. Zu Wochenbeginn stützten freundliche Exportdaten sowie das Umfeld der Sojamärkte die Kurse. Die Inspektionen erreichten ein saisonales Rekordniveau, auch die Verkaufsvolumina lagen im Schätzrahmen recht hoch. Belastend wirkten jedoch schwache Vorgaben vom Sojakomplex sowie eine Ertragsschätzung von StoneX, die von Marktteilnehmern als optimistisch eingestuft wurde. Auch Brasilien spielt weiter eine Rolle: Die dortigen Maisexporte lagen im Oktober über Vorjahr, und auch für November wird mit einem kräftigen Plus gerechnet. In Paris setzte sich der Aufwärtstrend bis Donnerstag fort, ehe am Freitag erste Gewinnmitnahmen einsetzten.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Märkte zeigten sich in der zurückliegenden Woche richtungslos und anfällig für emotionale Reaktionen auf unbestätigte Informationen. Besonders am Weizenmarkt reichten bereits Gerüchte für mehrtägige Kursanstiege, bevor die späte Bestätigung eines deutlich kleineren China-Deals eine Korrektur einleitete. Ob damit das Potenzial für weitere Käufe erschöpft ist, bleibt offen. Beim Mais bleibt die starke Exportnachfrage ein positives Signal, doch drückt die gute Versorgungslage Brasiliens sowie die Aussicht auf hohe US-Erträge auf die Kurserwartungen. Solange offizielle USDA-Daten fehlen, dürften Schätzungen und Emotionen den Markt weiter dominieren.