Der Jahresauftakt verlief für den Weizenmarkt zunächst holprig. Belastet von weiterhin hohen Lagerbeständen und sehr guten Ernteaussichten in Argentinien, Australien und möglicherweise auch Indien gerieten die Kurse zu Wochenbeginn unter Druck. Zudem enttäuschten die nachgereichten Exportdaten des USDA, insbesondere die Verkaufszahlen zur Woche bis zum 25. Dezember fielen für alle Weizensorten schwach aus. Zwar zogen die Notierungen in Chicago und Kansas am Montag deutlich an, doch Marktteilnehmer verwiesen auf die Mitnahme eines allgemeinen Stimmungsaufschwungs, der auch andere Agrarrohstoffe erfasste. Bereits zur Wochenmitte kehrten die Akteure verstärkt zu fundamentalen Bewertungsmustern zurück, was bei SRW-Weizen für Kursverluste sorgte, während HRW-Weizen leicht zulegen konnte. Eine leichte Wetterentspannung in den US-Plains wirkte zusätzlich dämpfend. Neue Impulse kamen zur Wochenmitte mit Wetter- und Anbaunews: In den USA verschlechterte sich laut USDA der Zustand des Winterweizens in einigen Regionen, vor allem in Kansas. Auch in China wurden Probleme beim Auflaufen der Bestände vermeldet. Das reichte aus, um den Markt erneut nach oben zu ziehen. Zum Wochenschluss fehlte es jedoch an Anschlusskäufen. An der Euronext blieb der Markt von US-Impulsen zunächst abgekoppelt, stabilisierte sich jedoch zur Wochenmitte und legte zum Donnerstag zu.
Beim Mais dominierte ebenfalls die Unsicherheit. Die Kurse bewegten sich zwischen technischer Erholung, enttäuschenden Exportdaten und dem Blick auf die kommenden USDA-Berichte. Ein Rekordhoch bei den US-Ausfuhren im Oktober sorgte für positive Schlagzeilen, wurde aber durch das aktuelle Saisontief bei den wöchentlichen Exportverkäufen relativiert. In Brasilien meldeten die Behörden ein deutliches Exportplus im Dezember, während für Teile Argentiniens die Trockenheit zunehmend zum Problem für die Bestände wird. Insgesamt pendelte der US-Mais in einer engen Spanne. In Paris zeigte der Maismarkt einen stabileren Aufwärtstrend mit täglichen Zugewinnen im Wochenverlauf.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Getreidemarkt blickt gespannt auf die USDA-Berichte zum Wochenbeginn, insbesondere auf die Flächenschätzungen und Lagerbestände. Während der Weizenmarkt zuletzt wieder Auftrieb erhielt, bleibt die fundamentale Lage mit hohen Vorräten und guter Versorgungslage belastend. Wetterrisiken in den USA und Südamerika könnten kurzfristig für Volatilität sorgen, aber für eine nachhaltige Preiswende bedarf es überzeugender Nachfrageimpulse. Beim Mais dürfte der Rekord bei den US-Ausfuhren zwar stützen, doch die schwachen Neugeschäfte dämpfen den Optimismus. Eine anhaltend bärische Grundstimmung bleibt vorerst wahrscheinlich.