Weizen und Mais konnten in dieser Woche kräftig zulegen. Auch Heute zeigen sich in der ersten Tageshälfte der Handelssitzung freundliche Vorzeichen. Bis 15.00 Uhr legt der kommende Frontmonat September auf 250,00 Euro/t zu und konnte in der Spitze bereits 252,50 Euro/t notieren. Mais klettert heute ebenfalls. Nach einem Schlusskurs von 202,75 Euro/t am gestrigen Donnerstag wurden heute in der Handelsspitze bereits 206,75 Euro/t in Juni-Kontrakt gehandelt. An der CBoT zeigen sich im vorbörslichen Handel ähnliche Tendenzen. An den Kassamärkten legten die Notierungen in dieser Woche ebenfalls zu, wegen des Feiertages sind die gehandelten Mengen jedoch überschaubar.
Angetrieben wird die Kursentwicklung vor allem vom Wetter. In Europa, vor allem in Deutschland haben die Winterweizenbestände nur flach gewurzelt. Mit den trockenen und warmen Wetterbedingungen Anfang Mai benötigen die ersten Bestände bereits wieder Niederschläge. Die Sorgen um die Qualitäten auch nach den Bedingungen im Winter sind damit nicht weniger geworden. Deswegen warten viele Erzeuger wie Landhändler ab mit dem Abschluss von Kontrakten ex Ernte. Vielfach wollen sie die weitere Entwicklung im Mai abwarten. Das Wetter spielt auch in Südrussland eine Rolle. Dort ist es wie in der Ukraine derzeit trocken. Speziell in den russischen Anbaugebieten spielen zudem die Gefahr von Nachtfrösten eine Rolle in der Nachrichtenlage. Das Beratungshaus IKAR hatte deswegen jüngst seine Ernteprognose 2024/25 um 2 Mio. Tonnen auf jetzt 91 Mio. Tonnen reduziert. In den Great Plains und in den westlichen Präriegebieten Kanadas zeichnet sich ebenfalls Trockenheit ab und beeinflusst die Ertragserwartungen. Für den heutigen Freitag wird das USDA eine neue Einschätzung zu den globalen Endbeständen und zur Produktion im Rahmen des WASDE-Reports abgeben. Darin sind auch erste Prognosen für die kommende Ernte 2024/25 enthalten. Marktanalysten rechnen mit anziehenden Ernten und Endbeständen zum Vorjahr. Beim Mais rechnen die Analysten vor allem mit Anpassungen für Brasilien und Argentinien. Die jüngsten Überschwemmungen vor allem im Süden dürften die zweite Maisernte beeinflussen. In Argentinien bleibt der Krankheitsbefall durch Insekten ein massives Thema.
Getreide-Aktualisieren,
Die Preisrally beim Weizen setzt sich auch zu Beginn dieser Woche fort. Der Frontmonat beim Weizen legte gestern um 9,25 Euro/t zu und erreichte mit 258,75 Euro/t ein 9-Monats-Hoch. Auch Mais legte an der Euronext/Matif gestern deutlich zu und konnte im Frontmonat Juni 24 bei 213,00 Euro/t schließen. An der CBoT ging es für Weizen ebenfalls nordwärts während Mais nur marginal fester tendierte. Heute Morgen lassen sich im vorbörslichen Handel in Chicago am späten Vormittag noch keine klaren Tendenzen erkennen.
Angetrieben wird die Entwicklung vor allem vom Wetter. Im Süden Russlands ist es derzeit zu trocken, in Zentralrussland bedrohen Kältewellen die Qualitäten. Sie beiden großen russischen Analysehäuser Socevon und IKAR senkten zuletzt ihre Ernteprognosen deutlich und unter der Marke von 90 Mio. Tonnen. Auch in der Ukraine ist es trocken. Mit Spannung haben die Marktteilnehmer zudem den WASDE-Bericht am Freitag beobachtet. Dieser bot für Weizen mitunter Überraschungen und bullische Signale. Die globale Ernte 2024/25 wird zwar deutlich höher bewertet als im Vorjahr. Jedoch erhöhen sich auch die Verbräuche global, so dass die Endbestände geringer ausfallen als zum Ende dieses Wirtschaftsjahres erwartet worden war. Für Europa aber auch für die Ukraine und für Russland senkte das USDA die Ernteprognosen gegenüber dem Vorjahreswert. Beim Mais erwartet das USDA verglichen mit dem Vorjahr eine etwas geringere Ernte. Insbesondere in den USA aber auch in Russland und der Ukraine wird mit einem geringeren Anbau gerechnet. Für Europa rechnet das USDA mit einer Produktion von 64,8 Mio. Tonnen nach 61 Mio. Tonnen in diesem Wirtschaftsjahr. Damit dürften die prognostizierten Maisimporte der Staatengemeinschaft von 21 Mio. Tonnen in diesem Wirtschaftsjahr auf 18 Mio. Tonnen im kommenden Wirtschaftsjahr sinken.
An den Kassamärkten bleibt es insgesamt überschaubar. Wegen der höheren Preise zeigen sich Erzeuger aber zunehmend verkaufsbereitet.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Getreidemärkte sind in der wetterfühligen Phase angekommen. Die Exportkonkurrenz spielt nur noch untergeordnet eine Rolle. Wie sich die aktuellen Nachrichten lesen und interpretieren lassen, dürfte die Versorgung in der kommenden Saison angespannter sein.