Die Weizenkurse standen in dieser Woche unter dem Eindruck einer insgesamt bärischen Grundstimmung, unterbrochen von vereinzelten Unterstützungsimpulsen. SRW-Weizen an der CBoT fiel im Wochenverlauf auf ein neues Fünfjahrestief, konnte sich aber zwischenzeitlich durch technische Rückkäufe etwas stabilisieren. Der Markt litt unter dem anhaltenden US-Regierungsstillstand, der zur Aussetzung zentraler USDA-Berichte führte und damit wichtige Impulse ausblieb. Eine Ausnahme bildeten Exportzahlen zu Wochenbeginn: Mit 505.096 Tonnen lagen die Ausfuhren zwar deutlich unter der Vorwoche, aber über dem Vorjahresniveau. Fundamental belastend wirkten sich optimistische Produktionsprognosen in Argentinien, der Ukraine und der EU aus. Auch Russlands Ankündigung, die Anbaufläche zu reduzieren, konnte daran nur wenig ändern. HRW-Weizen reagierte weniger volatil, blieb aber trotz nahezu idealer Aussaatbedingungen in den südlichen US-Plains ebenfalls unter Druck. In Europa stützte vor allem der schwächere Euro die Euronext-Notierungen, die sich gegen Ende der Woche leicht verbessern konnten.
Im Maishandel dominierten uneinheitliche Impulse. Die laufende US-Ernte setzte die Notierungen unter Druck, insbesondere angesichts regional ungleichmäßiger Erträge. Analystenschätzungen ersetzten den ausgefallenen Wasde-Report und signalisierten leicht sinkende Flächenerträge. Die verbesserten Exportzahlen und ein Anstieg der Ethanolproduktion konnten diesem Trend nur punktuell entgegenwirken. Insgesamt blieb der Markt an der CBoT in einer Seitwärtsbewegung gefangen. In Europa hingegen sorgten Währungsimpulse für eine stabile Aufwärtsentwicklung der Kurse, gestützt durch Exportdynamik und fehlende Konkurrenz aus der Schwarzmeerregion.
ZMP Live Expertenmeinung
Die fehlenden USDA-Daten haben die Orientierung am Markt erschwert. Gerade im Weizenhandel drückten gestiegene Produktionsprognosen aus mehreren Weltregionen deutlich auf die Stimmung. Die Ankündigung Russlands, künftig weniger Weizen anzubauen, blieb eine isolierte bullische Nachricht ohne nachhaltige Wirkung. Für Mais gibt es etwas mehr Unterstützung durch die Exporte und Anzeichen für eine leicht rückläufige US-Produktion. Entscheidend für die kommende Woche wird sein, ob politische Einigungen in den USA erzielt werden und damit die Veröffentlichung zentraler Marktberichte wieder aufgenommen wird. Solange dies nicht geschieht, dürfte die Volatilität erhöht bleiben.