Der US-Weizenmarkt zeigte am Donnerstag an den drei großen Börsen ein reges Handelsvolumen. Der Export Sales Report meldete für die Woche bis zum 3. Oktober insgesamt 433.560 Tonnen an Weizenverkäufen, was im oberen Bereich der Schätzungen von 250.000 bis 550.000 Tonnen lag. Dies stellte einen leichten Rückgang gegenüber der Vorwoche dar und lag deutlich unter dem Niveau der gleichen Woche im Vorjahr. Mexiko war der größte Käufer mit 101.400 Tonnen, gefolgt von den Philippinen mit 60.000 Tonnen. Japan kaufte derweil am Donnerstag 115.050 Tonnen Weizen aus den USA, Kanada und Australien, darunter 56.690 Tonnen aus den USA. Trockenheit in den südlichen Regionen der USA bleibt ein drohendes Problem, während die Aussaat weiter fortgesetzt wird. Laut Commodity Weather Group wurde ein Artikel veröffentlicht, der zeigt, dass 50 % des HRW-Gürtels unter Stress stehen werden, wobei die Trockenheit über die nächsten 10 Tage anhält und der Prozentsatz auf 100 % steigt, wenn die Regenfälle in der 11- bis 15-Tage-Vorhersage ausbleiben. Mit Spannung wird vom USDA der monatliche WASDE-Bericht heute erwartet. Analysten, die von Bloomberg befragt wurden, erwarten Endbestände von 820 Millionen Scheffel Weizen, wobei die Schätzungen zwischen 788 und 846 Millionen Scheffel liegen. Es wird erwartet, dass die weltweiten Endbestände um 1,3 Mio. Tonnen auf 255,9 Mio. Tonnen sinken. Auf dieser Seite des Pazifiks verzeichneten die Weizenfutures solide Gewinne kurz vor dem Wochenende. Am Donnerstag sind die Mais-Futures unter Druck geraten und um 1 bis 3 Cent gefallen. Viele Händler hatten sich im Vorfeld des WASDE-Reports entsprechend an der Börse positioniert oder sogar einen Teil ihrer Kontrakte glattgestellt. In der Woche bis zum 3. Oktober verzeichnete das USDA Maisbestellungen in Höhe von 1,22 Mio. Tonnen, was im Rahmen der Analystenerwartungen lag. Gleichzeitig wurden physisch 1,06 Mio. Tonnen Mais verschifft. In der Türkei sollen aufgrund einer zu schwachen Inlandsproduktion bis Ende des Jahres noch rund 1 Mio. Tonne Mais mit deutlich niedrigeren Zöllen importiert werden. Der ermäßigte Zoll beträgt 5 %, sonst sind es 130 %. Der Euronext-Mais folgte dem Weizen und legte moderat zu.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Getreidemärkte zeigten sich in dieser Woche erneut volatil. Während es auf der einen Seite Erntedruck gibt, sorgen besonders in Teilen der USA und Russland die Wetterbedingungen für Schwierigkeiten. Entsprechend gespannt schauen die Marktteilnehmer auf den heutigen WASDE-Report. Der Report wird zeigen, wie die Analysten des USDA die Entwicklungen beurteilen und ob weiterhin solide Erträge zu erwarten sind.