Am Weizenmarkt dominierten in der zurückliegenden Woche bärische Impulse. Der jüngste WASDE-Bericht des USDA blieb mit Blick auf die US-Bilanzen überraschungsarm, doch die globale Produktionsprognose wurde ein weiteres Mal deutlich nach oben korrigiert. Neue Rekordwerte in Kanada und Argentinien, bessere Ertragserwartungen in der EU, Russland und Australien sowie ein Anstieg der globalen Saisonendbestände auf 274,9 Mio. Tonnen belasteten die Kurse. SRW-Weizen an der CBoT konnte zum Wochenschluss zwar etwas Boden gutmachen, blieb auf Wochensicht jedoch unter Druck. HRW-Weizen zeigte sich durchweg schwächer. Unterstützende Effekte kamen lediglich vom schwächeren US-Dollar und den soliden US-Exportdaten, die mit über 850.000 Tonnen das obere Ende der Schätzungen übertrafen. Die anhaltenden Prognosekorrekturen in Argentinien sorgten für zusätzliche Marktbewegung: Nachdem die Buenos Aires Grains Exchange auf 25,5 Mio. Tonnen erhöht hatte, setzte die Rosario Grains Exchange mit nunmehr 27,7 Mio. Tonnen einen neuen Maßstab. An der Euronext standen die Pariser Weizennotierungen unter dem Eindruck des festeren Euro und schlossen insgesamt leichter.
Am Maismarkt bestimmten gegensätzliche Signale das Bild. Während sich die globalen Aussichten durch WASDE-bedingte Abwärtskorrekturen, insbesondere im Hinblick auf die Ukraine eintrübten, blieb die US-Produktion unverändert. Entscheidend war die starke Exportnachfrage: Die Maisbuchungen der Vorwoche übertrafen mit 2,38 Mio. Tonnen deutlich die Erwartungen, auch große Einzelverkäufe stützten den Markt. Dennoch konnten sich die CBoT-Notierungen nur punktuell erholen. Belastend wirkte das weiterhin hohe Produktionsniveau weltweit sowie der rückläufige Ethanol-Ausstoß in den USA. In Paris entwickelten sich die Maiskurse uneinheitlich und traten auf Wochensicht gesehen auf der Stelle.
ZMP Live Expertenmeinung
Die vergangene Woche bot wenig Spielraum für Aufwärtsbewegungen, insbesondere beim Weizen. Die globale Versorgungslage bleibt komfortabel, was sich zunehmend in den Kursen widerspiegelt. Selbst die freundlichen US-Exportzahlen konnten daran nur kurzfristig etwas ändern. Für den Maismarkt bleibt die internationale Nachfrage ein Lichtblick, dennoch überwiegt auf mittlere Sicht das Angebot. Entscheidend für die Kursrichtung in den kommenden Wochen wird die weitere Entwicklung in Südamerika sein. Dort rückt neben Argentinien vor allem Brasilien in den Fokus, wo Wetterbedingungen über den Verlauf der Aussaat entscheiden. In Summe bleibt das Umfeld eher bärisch, mit kurzfristigen bullischen Reaktionen auf Exportdaten.