13.
03.25
Volatilität als neue Normalität? US-Weizenmärkte weiter ohne klare Richtung

Getreide News, 13.03.2025

Bullish
  • Wetterprognosen in Teilen der Plains (Trockenheit)
  • Aktivität auf internationaler Eben (Importländer)
  • US-Exportzahlen werden auf einem hohen Niveau erwartet
Bearish
  • Erwartete Anbauflächenvergrößerung in Kanada - höhere Ernte
  • Handelsstreitigkeiten und politische Zölle
  • Immer wieder aufkommende Preisdruck aus der Schwarzen Meer Region

Zur Wochenmitte waren sich die Marktteilnehmer an den US-Weizenmärkten erneut nicht einig. Die Chicago Futures lagen bei Handelsschluss 2 bis 3 Cents im Minus. Die KC Futures legten ebenfalls leicht zu, während die Futures in Minneapolis 2 bis 3 Cents niedriger den Handel schloss. Auch in den vergangenen Tagen verlief der Handel volatil. Experten betonten in einer Umfrage, dass die aktuellen politischen Entwicklungen die Investoren und Anleger unsicher werden lässt und nur schwer eine klare Richtung zu finden ist. Neben den Zöllen rückt auch das Wetter wieder in den Fokus. Meteorologen prognostizieren für die Southern Plains eine trockenere Wetterlage. Besonders in Texas sowie Teilen von Kansas und Oklahoma wird bis zum 20. März nur wenig bis keinen Niederschlag erwartet. Dies könnte Auswirkungen auf die Weizenbestände in diesen Regionen haben und bremste etwaige Bewegungen Richtung Süden. Unterdessen erwartet Kanada eine Ausweitung der Weizenanbaufläche im Jahr 2025. Laut den aktuellen Anpflanzungsabsichten von Statistics Canada soll die Weizenfläche um 2,6 % auf 27,475 Millionen Acres wachsen. Der Großteil dieses Zuwachses entfällt auf Sommerweizen, dessen Anbaufläche mit 19,42 Millionen Acres um 2,5 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Die Hartweizenanbaufläche bleibt mit 6,36 Millionen Acres hingegen weitgehend unverändert. Mit Blick auf die US-Exportverkäufe, die am Donnerstagmorgen veröffentlicht werden, erwarten Händler einen Absatz zwischen 275.000 und 650.000 Tonnen für Weizen der alten Ernte. Für die Saison 2025/26 werden Verkäufe zwischen 0 und 100.000 Tonnen prognostiziert. Auf internationaler Ebene zeigen sich einige Importländer wieder aktiv und Algerien hat am Mittwoch im Rahmen einer Ausschreibung Weizen gekauft. Marktbeobachter gehen davon aus, dass das Land zwischen 500.000 und 650.000 Tonnen geordert hat. Auf dieser Seite des Pazifiks konnten sich die Futures etwas behaupten und notierten moderate Kurszuwächse. Der führende Mai legte 2,00 Euro/Tonne auf 223,25 Euro/Tonne zu. Beim Mais leuchteten die Vorzeichen wieder einmal, teils tiefrot. Die Futures gaben bis zum Handelsschluss um 6 bis 10 Cents nach, wobei insbesondere die Frontmonate die stärksten Rückgänge verzeichneten. Neue Entwicklungen im transatlantischen Handelsstreit setzen den Maismarkt zusätzlich unter Druck. Die Europäische Union plant ab Anfang April Vergeltungszölle als Reaktion auf die US-Zölle auf Stahl und Aluminium. Diese Maßnahmen sollen auch Mais betreffen. Zwar verfügt die EU aktuell nur über geringe Bestände an US-Mais, die Vereinigten Staaten in diesem Jahr bereits 2,47 Millionen Tonnen Mais in die EU geliefert. Auch Kanada könnte sich dem Zollstreit anschließen. Der kanadische Energieminister erklärte, dass potenzielle Vergeltungszölle auf US-Waren vorwiegend Ethanol betreffen könnten – ein kritischer Faktor für den Maismarkt. Diese Zölle könnten in einer zweiten Runde verhängt werden, falls die USA am 2. April mit den verzögerten USMCA-Zöllen fortfahren. Die Marktteilnehmer warten gespannt auf die Veröffentlichung der Exportverkäufe am Donnerstagmorgen. Analysten rechnen für die Woche bis zum 6. März mit Exportbuchungen für Mais aus alter Ernte zwischen 0,75 und 1,4 Millionen Tonnen. Für die neue Ernte werden Verkäufe zwischen 0 und 100.000 Tonnen erwartet. An der Euronext zeigte sich der Maishandel zur Wochenmitte emotionslos. Die vorderen Termine traten auf der Stelle, während die hinteren Kontrakte marginale Gewinne verzeichnen konnten. 

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ZMP Live Expertenmeinung

Die Weizenmärkte befinden sich aktuell in einer Phase der Unsicherheit und sind geprägt von Volatilität, bedingt durch volatile Handelsbedingungen und geopolitische Spannungen. Entsprechend bleibt die zukünftige Preisentwicklung angesichts globaler politischer und wirtschaftlicher Herausforderungen schwer vorhersehbar. Vor allem aber könnten die US-Zölle und die Reaktion der betroffenen Länder, ebenso wie das Wetter, den Kursen zumindest kurzweilig eine klare Richtung geben. 

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