In der vergangenen Woche dominierten Unsicherheit und Zurückhaltung die internationalen Getreidemärkte. Während der Weizen weiter unter schwachen Exportzahlen und gedrückten Preisen litt, zeigte sich der Mais vergleichsweise stabil – getragen von solider Nachfrage und positiven Produktionsdaten.
Der Weizenmarkt hatte einen schwierigen Start. US-Exporte brachen im Wochenvergleich fast um die Hälfte ein – ein herber Rückschlag, der die Kurse deutlich unter Druck setzte. Die Winterweizenernte hinkt dem Zeitplan etwas hinterher, was zwar kurzfristig Unterstützung bieten könnte, aber insgesamt nicht für Auftrieb sorgte. Der lang erwartete WASDE-Bericht des USDA brachte ebenfalls keine Überraschungen, was die Bullen etwas betrüben dürfte. Dennoch gibt es Lichtblicke: Die Exportaufträge für die neue Saison sind im Auftakt so hoch wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Dennoch halten sich sowohl Landwirte als auch Investoren zurück – erstere wegen der niedrigen Preise, letztere wegen bereits umfangreicher Short-Positionen. Auch in Europa drückt der starke Euro auf die Stimmung. Der Weizen bleibt gefangen in einem bärischen Umfeld.
Beim Mais sah die Lage besser aus. Zwar begannen die Kurse schwächer, erholten sich aber im Wochenverlauf leicht. Gedrückt ist die Stimmung im Allgemeinen durch die guten Anbaubedingungen in den USA und auch die Bewertungen der Bestände wurden leicht angehoben. Dennoch gab es neue Exportkäufe – etwa durch Südkorea – und ein Rekord bei der US-Ethanolproduktion. Auch hier blieb der WASDE-Report zurückhaltend, passte aber die Anfangsbestände der neuen Saison wegen hoher Exportzahlen etwas nach unten an. Die Händler warteten zudem gespannt auf die EPA-Entscheidung zur Biokraftstoffquote, die zusätzlichen Marktimpuls versprechen könnte.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Märkte für Weizen und Mais bleiben angespannt und stark von globalen Entwicklungen beeinflusst. Beim Weizen könnte die robuste Exportnachfrage der USA stützend wirken, allerdings lasten gute Wetterbedingungen und verbesserte Zustandsbewertungen auf den Kursen. Entscheidend wird sein, ob weitere Impulse durch geopolitische Spannungen erfolgen. Beim Mais sorgen gute Exporte für kurzfristige Unterstützung, langfristig bleibt aber das Wetter im US-Maisgürtel der wichtigste Faktor.