Der Weizenkomplex schloss am Donnerstag an allen drei US-Märkten mit roten Vorzeichen. Die Chicago SRW-Futures lagen durchweg um 4 ¼ bis 4 ¾ Cent niedriger als zum Börsenstart. Aber auch die Kontrakte in Kansas sowie in Minneapolis zeigten sich schwächer kurz vor dem Wochenende. Der wöchentliche Exportverkaufsbericht zeigte, dass in der Woche vom 12.05. insgesamt 290.236 Tonnen Weizen verkauft wurden, was am unteren Ende der Schätzungen zwischen 275.000 und 600.000 Tonnen lag. Das war ein 11-Wochen-Tief für die Verkäufe und bedeutete einen Rückgang von 23,27 % gegenüber der Vorwoche. Die Verkäufe waren breit gestreut, wobei die Philippinen 92.000 Tonnen und Mexiko 73.700 Tonnen kauften. Derweil werden die globalen Handelsgeschäfte wieder dynamischer. So kaufte Japan insgesamt 112.889 Tonnen Weizen aus Australien, Kanada und den USA, davon jedoch nur 58.986 Tonnen speziell aus den USA. Saudi-Arabien hat eine Ausschreibung zur Abnahme von 595.000 Tonnen Weizen veröffentlicht, die Angebote sind bis Freitag fällig. Auf dem Markt prognostizieren einige Marktteilnehmer, dass ein Anstieg der russischen Exportpreise sich auf das globale Preisniveau auswirken könnte, und weisen auf eine Erholung der globalen Weizenpreise hin. Wiederum für Preisdruck könnte die jüngste Meldung sorgen, dass die Ernteaussichten in Argentinien aktuell gut aussehen. Die Analysten von der Getreidebörse in Rosario erhöhten die Prognose auf 19,3 Mio. Tonnen. Das entspricht einem Plus von 0,5 Mio. Tonnen gegenüber der vorherigen Schätzung. An der Euronext konnten sich die Weizenfutures ebenfalls nicht behaupten und schlossen den Handel mit leichten Verlusten. Angesichts neuer Tender, unter anderem von Saudi-Arabien mit 595.000 Tonnen, zeigen sich die europäischen Händler eher pessimistisch, dass Angebote aus dem Westen Europas das Rennen machen. Die Marktteilnehmer rechnen vor allem damit, dass günstigere Offerten aus Ländern wie Bulgarien, Rumänien, sowie Südamerika oder Australien zum Zug kommen. Den Abwärtstrend der vergangenen Tage konnten die Maiskontrakte an der CBoT nicht stoppen und verabschiedeten sich aus dem Donnerstagshandel mit schwächeren Schlusskursen. Neben den schwachen Exportbuchungen, die knapp 45 % unter dem Niveau der Vorwoche liegen, belasteten auch die schwachen Weizenkurse den Markt. Gebremst wurden die Verluste nur bedingt von der Abwärtskorrektur der Ertragsprognosen in Brasilien. Ohne Impulse folgte auch der Euronext-Mais den Vorgaben und rutschte zu Börsenschluss in die Verlustzone.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Getreidemärkte zeigten sich in den vergangenen Tage wieder schwächer. Enttäuschende US-Exportzahlen, globaler Preisdruck und die Ernteprognosen insbesondere in Südamerika drückten auf die Preise. Vor allem schauen die Marktteilnehmer auf die Preisentwicklung rund um das Schwarze Meer. Sollten die russischen Exportpreise tatsächlich deutlich ansteigen, könnte sich das auch bullisch auf die globalen Preise auswirken.