Der internationale Weizenmarkt zeigte sich in der vergangenen Woche insgesamt richtungslos. Während der SRW-Weizen an der CBoT zwischenzeitlich leicht zulegen konnte, blieb das Niveau unter Druck, da die Exportnachfrage verhalten blieb und das globale Angebot weiter hoch ist. Die offiziellen Exportzahlen des USDA wiesen mit 290.513 Tonnen ein Minus zur Vorwoche auf, und auch das Nachholen älterer Berichte brachte mit 315.875 Tonnen keine positiven Überraschungen. Die Ankündigung zusätzlicher Ausschreibungen aus Ägypten, Algerien und Jordanien stützte zwar vorübergehend die Stimmung in Paris, doch das äußerst wettbewerbsfähige Preisniveau aus Argentinien setzte den europäischen Notierungen wieder zu. Die Börsen in Buenos Aires und Rosario hoben ihre Ernteprognosen deutlich an, mit Verweis auf hohe Niederschläge und überdurchschnittliche Erträge. Auch erste Prognosen zur russischen Ernte 2026 deuten auf stabile Verhältnisse, trotz erwarteter Flächenkürzungen. So blieb es bei schwankenden Notierungen mit einem leichten Minus zum Wochenschluss an der Euronext.
Am Maismarkt dominierte die Vorfreude auf die USDA-Berichtswelle. Nachdem der Shutdown offiziell beendet wurde, richtete sich der Blick insbesondere auf die Produktion und Ethanolnachfrage. Eine Rally setzte zum Wochenschluss ein, nachdem die US-Exportzahlen mit 1,395 Millionen Tonnen die Erwartungen übertrafen. Auch die Einschätzung einer rekordnahen Ethanolproduktion in den Vorwochen stützte die Kurse, obwohl der aktuelle EIA-Bericht keine neuen Höchststände auswies. In Brasilien bestätigte die Conab lediglich leichte Anpassungen nach oben, während in Argentinien sowohl die Aussaatfortschritte als auch die Bewertungen der Pflanzen insgesamt positiv ausfielen. In Paris reagierte der Mais zuletzt freundlich, nachdem das französische Agrarministerium die eigene Ernteprognose wegen der Sommerdürre deutlich senkte.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Märkte bleiben weiter von gegensätzlichen Impulsen geprägt. Beim Weizen steht das Überangebot klar im Vordergrund, insbesondere durch die gestiegenen Ernteprognosen aus Argentinien. Die Ausschreibungen im Mittelmeerraum könnten zwar kurzfristig stützen, doch das Preisniveau der Konkurrenz ist kaum zu unterbieten. Auch die erste Schätzung zur russischen Ernte 2026 deutet auf eine stabile Versorgung hin. Beim Mais sorgt die USDA-Berichtswelle für neue Orientierung. Die kräftige Reaktion auf die Exportdaten zeigt, dass der Markt sensibel auf bullische Signale reagiert. Mit dem Ende des Shutdowns könnte eine Phase festerer Preise, insbesondere für den Maismarkt, die Oberhand gewinnen.