Die US-Maisfutures schlossen den Mittwochshandel mit moderaten Aufschlägen. Die vorderen Kontrakte legten um 2 bis 3 Cent zu, während der neue Dezembertermin leicht um ½ Cent nachgab. Der Mai-Kontrakt wurde zum Handelsschluss aus dem Markt genommen. Der landesweite durchschnittliche Barpreis (CmdtyView) stieg um 3 Cent auf 4,17 ¾ USD/bu. Die bisherige Handelswoche war von einer leichten Aufwärtskorrektur geprägt, nachdem die Kurse zu Wochenbeginn unter Druck geraten waren. Am Dienstag fielen die Frontmonate noch um 4 bis 6 Cent, was überwiegend auf die zügige US-Aussaat und steigende südamerikanische Ernteerwartungen zurückzuführen war. Zur Wochenmitte konnten sich die Preise jedoch leicht stabilisieren. Wetterprognosen deuten für die kommende Woche auf flächendeckende Regenfälle hin – von den Northern Plains bis in den Eastern Corn Belt (ECB). Während dies den weiteren Aussaatfortschritt bremsen könnte, werden die Niederschläge für bereits ausgesäte Flächen als positiv gewertet. Am Donnerstagmorgen veröffentlicht das USDA die wöchentlichen Export Sales. Der Markt rechnet mit Exportbuchungen für Mais der alten Ernte in einer Spanne von 0,9 bis 1,5 Mio. Tonnen. Neue Ernteverkäufe werden auf 350.000 bis 600.000 Tonnen geschätzt. Die Zahlen könnten Impulse für die kurzfristige Marktrichtung liefern. Etwas belastend wirkten die aktuellen Daten der Energiebehörde EIA: Die Ethanolproduktion sank in der Woche bis zum 9. Mai auf 993.000 Barrel pro Tag – ein Rückgang von 27.000 Barrel zur Vorwoche und das erste Mal seit September unter der Marke von 1 Mio. bpd. Gleichzeitig stiegen die Ethanolvorräte um 254.000 Barrel auf insgesamt 25,445 Mio. Barrel. Die Einspeisung von Rohstoffen in die Raffinerien erhöhte sich leicht auf 929.000 Barrel pro Tag.
An der Euronext zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Pariser Maisnotierungen stehen unter Druck, was vor allem auf die starke Konkurrenz aus Übersee zurückzuführen ist.
Der US-Weizenmarkt zeigte sich zur Wochenmitte von seiner festeren Seite. Die Winterweizenbörsen konnten spürbare Zuwächse verbuchen: Die Chicago SRW-Futures legten zum Handelsschluss um 7 bis 8 Cent zu, während die Kansas City HRW-Futures sogar um 10 bis 12 Cent zulegten. Im Gegensatz dazu gaben die Minneapolis Spring Wheat Futures um 3 bis 4 Cent nach und setzten damit ihren schwächeren Trend fort. Der Weizenmarkt zeigt sich bislang in dieser Woche volatil: Nach einem verhaltenen Wochenstart am Montag sorgte das Turnaround Tuesday-Muster für erste Kursgewinne bei Winterweizen, die am Mittwoch weiter ausgebaut wurden. In der bisherigen Handelswoche haben SRW- und HRW-Futures zusammengenommen rund 15–20 Cent zugelegt. Spring Wheat hingegen konnte bisher nicht von der Stärke profitieren und verlor im Wochenverlauf rund 5 Cent. Die Wetterprognosen sehen für die kommenden Tage Niederschläge im SRW-Gebiet vor. Weite Teile der HRW-Anbauregion – insbesondere Südwest-Nebraska, West-Kansas und das Texas Panhandle – bleiben hingegen trocken. Dies sorgt für neue Ertragsunsicherheiten. Besonders im Fokus steht derzeit die alljährliche Hard Red Wheat Tour in Kansas. Die Ergebnisse der ersten Route wurden mit 50,5 bushels/acre angegeben – ein Wert, der sowohl über dem Vorjahresniveau (49,9 bpa) als auch auf einem 4-Jahres-Hoch liegt. Die Resultate des zweiten Tages werden für den Donnerstagabend erwartet. Die wöchentlichen Exportdaten des USDA werden für Donnerstagmorgen erwartet. Analysten prognostizieren für die alte Ernte ein Spektrum von Netto-Rücknahmen bis zu moderaten Nettokäufen von 100.000 Tonnen. Für die neue Saison 2025/26 erwartet man Buchungen zwischen 350.000 und 600.000 Tonnen. Ein positives Signal kam vom internationalen Markt: Algerien hat in einem aktuellen Tender rund 660.000 Tonnen Weizen eingekauft – ein mögliches Zeichen für anhaltend solide Nachfrage aus Nordafrika.
An der Euronext in Paris zeigten sich die Weizen-Futures zuletzt wenig verändert, nachdem sie zuvor auf neue Kontrakttiefs gefallen waren. Die Kurse erholten sich im Einklang mit den US-Börsen leicht, da Händler beobachteten, ob der jüngste Preisrückgang die Importnachfrage ankurbeln würde. Trotz der leichten Erholung bleiben die Preise unter Druck. Die verbesserte Wetterlage in den USA und im Schwarzmeerraum erhöht die Konkurrenz auf dem Exportmarkt, was die europäischen Preise belastet.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Weizenmarkt zeigt sich zuletzt fester, gestützt durch positive Signale von der Hard Red Wheat Tour und anhaltende Trockenheit in Teilen der US-Anbaugebiete. Dennoch bleibt der internationale Wettbewerb hoch, insbesondere durch schwache EU-Exporte und starke Schwarzmeer-Angebote. Der Maismarkt steht hingegen stärker unter Druck. Die schnelle US-Aussaat, wachsende brasilianische Erntemengen und rückläufige Ethanolproduktion belasten die Stimmung. Auch an der Euronext verzeichnen Maiskontrakte Verluste. Insgesamt bleiben beide Märkte wetter- und exportabhängig. Die kommenden Wochen dürften entscheidend für die weitere Preisentwicklung sein.