An der Euronext konnten sich die Weizenkontrakte wieder erholen und legten moderat zu. Neben einem günstigen Euro-Wechselkurs sorgten die weiter anziehenden Exportpreise rund um das Schwarze Meer für Kauflaune. Die Exportpreise an der russischen Schwarzmeerküste haben kürzlich etwa 230 US-Dollar pro Tonne erreicht, was einen Anstieg von 10 US-Dollar pro Tonne innerhalb von zwei Wochen bedeutet. Seit Beginn der Saison schwankten die Preise zwischen 215 und 220 US-Dollar pro Tonne. Bis zum 7. Oktober wurden 83,8 Millionen Tonnen (vor Trocknung) geerntet. In den ersten drei Monaten der Saison exportierten russische Händler etwa 14,73 Millionen Tonnen Weizen. Am Freitag wird das Moskauer Agrarministerium ein Treffen mit Getreideexporteuren abhalten, um mögliche Exportbeschränkungen zu diskutieren. Gleichzeitig gestaltet sich die Winteraussaat schwierig. Bisher wurden 13 von geplanten 20 Millionen Hektar Wintergetreide ausgesät. Aufgrund fehlender Regenfälle im Süden Russlands bestehen weiterhin Schwierigkeiten bei den Feldarbeiten.
An der CBoT konnten sich die Weizenfutures nach dem schwachen Start zu Beginn dieser Woche gestern wieder leicht erholen. Der meistgehandelte Dezember legte um 5,5 US-Cent zu und kostet damit 198,02 Euro je Tonne. Vor allem der schleppende Fortschritt bei der Aussaat gab den Bullen die Führung zurück. Knapp 64 % der Felder seien bisher bestellt worden, berichten die Analysten des USD, und damit 2 % unter dem Schnitt des Vorjahres. Rund 35 % der Pflanzen seien bisher aufgelaufen. Für zusätzliche bullische Impulse sorgten zudem die jüngsten Exportnachrichten. Es wurde ein Verkauf über 120.000 Tonnen nach Mexiko gemeldet. Trotz gemeldeter Niederschläge in den südlichen Bundesstaaten könnte das Wetter erneut für Probleme sorgen. In Argentinien könnten durch starke antarktische Winde die Anbaubedingungen weiter erschwert und in der Folge die Erträge beeinträchtigt werden.
Die Maiskurse stiegen beim gestrigen Handel sowohl an der Euronext als auch an der CBoT. Unterstützung kam auch hier von den jüngsten Exportmeldungen. Das USDA bestätigte einen Verkauf von 1,62 Mio. Tonnen nach Mexiko. Knapp 1,04 Mio. Tonnen sollen dabei noch in der laufenden Saison verladen werden, die restliche Menge wird für die kommende Saison geplant. Zudem wurde ein weiterer Verkauf über 332.000 Tonnen mit unbekanntem Ziel bekannt.
ZMP Live Expertenmeinung
Nach der Veröffentlichung des WASDE-Reports, der insgesamt nur wenig Überraschungen bereithielt, rückt das Wetter in vielen Ländern wieder in den Fokus der Marktteilnehmer. Trotz der Niederschläge in den südlichen US-Staaten bleibt die Lage angespannt. Und auch in Russland könnte die Dürre weiterhin für Probleme sorgen. Sollte besonders die russischen Exportpreise weiter steigen, könnten das auch das Preisniveau an den Börsen stützen.