Kurz vor dem Wochenende standen die Weizenkurse in den USA wieder unter Druck und setzten damit den volatilen Wochenverlauf fort. Eine klare Richtung scheint es derzeit nur tageweise zu geben. Der Chicagoer Weizen verbuchte einen Rückgang von 6,40 US-Cent und liegt damit bei umgerechnet 204,76 €/t. Ebenso mussten die Futures in Kansas nachgeben – hier ging es für den Frontmonat um 6,20 US-Cent auf 607,40 US-Cent/bushel nach unten. Auch die Futures in Minneapolis machten gestern keine Ausnahme und schlossen zum Handelsende ebenfalls im roten Bereich. Für heute erwarteten die Marktteilnehmer US-Daten zu den Exportverkäufen und rechnen damit, dass in der Woche vom 13. Februar zwischen 300.000 und 600.000 Tonnen an Weizenbestellungen eingegangen sind. Die Verkäufe der neuen Ernte werden zwischen 0 und 50.000 Tonnen erwartet. Gestern stand der jüngste Bericht des internationalen Getreiderats im Mittelpunkt. Die Analysten passten ihre Prognose für die weltweite Gesamterzeugung von Getreide (Weizen und Grobgetreide) im Jahr 2024/25 an. Mit einer Korrektur von 3,0 Mio. Tonnen auf 2,301 Mrd. Tonnen bleibt die derzeitige Prognose damit unter dem Rekordwert des vergangenen Jahres von 2,309 Mrd. Tonnen. An der Euronext konnten die Weizenkontrakte kurz vor dem Wochenende die Vorzeichen nicht mehr drehen und gaben marginal nach. Der Handel an den hiesigen Kassamärkten zeigt sich derweil weitestgehend ruhig. Einige kleinere Geschäfte kamen zustande, insgesamt sind aktuell die meisten Mühlen jedoch noch versorgt. Entgegen den schwachen Vorgaben beim Weizen konnten sich die Maiskontrakte in den USA behaupten und legten am Donnerstag kurz vor Handelsende leicht zu. Für den führenden März-Termin ging es um 0,40 US-Cent auf 498,00 US-Cent/bushel nach oben. Auch bei den hinteren Terminen leuchteten die Vorzeichen grün. Die Experten des IGC haben, wie auch beim Weizen, ihre Prognose für die globale Produktion gesenkt. Diese wird auf insgesamt 1,216 Mrd. Tonnen geschätzt – rund 2 Mio. Tonnen unter dem vorherigen Ergebnis. Vor allem die nicht optimalen Bedingungen in Südamerika wurden als Ursache für die Abwärtskorrektur genannt. Pessimistischer zeigen sich die Analysten des USDA mit einer geschätzten Produktion von 1,212 Mrd. Tonnen. Auch die Maiskontrakte in Paris beendeten den Handel mit Verlusten. Der März musste einen Kursrückgang von 0,75 € auf 227,50 €/t verkraften.
ZMP Live Expertenmeinung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Weizenmärkte in den USA und Europa zum Wochenschluss unter Druck standen, während die Maismärkte in den USA leichte Gewinne erzielen konnten. Die Prognosen für die weltweite Getreideproduktion wurden von Analysten des IGC aufgrund ungünstiger Bedingungen, vor allem in Südamerika, nach unten korrigiert. Insgesamt bleibt der Markt volatil und die Handelsaktivitäten zeigten sich vor dem Wochenende verhältnismäßig ruhig. Eine klare Richtung scheint weiterhin nur schwer zu finden sein und auch in der kommenden Woche wird mit volatilen Börsen gerechnet.