Kurz vor dem Wochenende gelang es den Weizenfutures nicht, die Verluste wettzumachen. Sie beendeten den Handel erneut in der Verlustzone. Aktuell berichten Marktteilnehmer in einer Umfrage, dass es schwierig sei, sich in der aktuellen Marktlage zu positionieren. Gestern gerieten die Weizenkurse vor allem durch den schwachen Bericht über die Exportverkäufe unter Druck. In Chicago fielen die Futures im Tagesverlauf um 6 bis 7 Cents. Auch die Kontrakte in Kansas City gaben am Donnerstag weiter nach und verloren 7 bis 9 Cents. In Minneapolis folgten die Futures dem allgemeinen Abwärtstrend und zeigten sich ebenfalls schwächer. Zusätzlich lastete die Stärke des US-Dollars weiterhin auf dem Markt. Die USDA-Daten zu den Exportverkäufen vom gestrigen Morgen wiesen mit 248.849 Tonnen den niedrigsten Stand des neuen Jahres aus. Sie lagen damit deutlich unter den Schätzungen, die sich zwischen 300.000 und 700.000 Tonnen für die alte Ernte bewegten. Vietnam kaufte 69.500 Tonnen, während Indonesien 62.000 Tonnen abnahm. Rund 123.800 Tonnen waren für unbekannte Bestimmungsorte vorgesehen. Die Buchungen für die neue Ernte lagen hingegen mit 491.092 Tonnen deutlich über den Erwartungen von 25.000 bis 100.000 Tonnen. Der heute Morgen veröffentlichte Monatsbericht des internationalen Getreiderats zeigt, dass die Weizenproduktion für 2024/25 um 2 Mio. Tonnen auf 799 Mio. Tonnen gestiegen ist, während die Lagerbestände um 1 Mio. Tonnen auf 265 Mio. Tonnen zugenommen haben. Der erste Ausblick auf 2025/26 prognostiziert einen Produktionsanstieg um 8 Mio. Tonnen im Jahresvergleich. Gleichzeitig wird jedoch mit einem höheren Verbrauch gerechnet, sodass die voraussichtlichen Lagerbestände um 6 Mio. Tonnen auf 259 Mio. Tonnen sinken.
An der Euronext konnten sich die Weizenkontrakte nicht von den roten Vorzeichen lösen. Am deutschen Kassamarkt bleiben die Erzeuger weiterhin zurückhaltend mit der Abgabe von Getreide. Während die Preise zuvor als zu niedrig empfunden wurden, weckt der jüngste Anstieg an den internationalen Börsen nun Hoffnungen auf höhere Erlöse. Mühlen zeigen Interesse an Lieferungen für den Zeitraum April bis Juni, während sich Schweizer Einkäufer vom Markt zurückgezogen haben. Die Nachfrage der Mischfutterindustrie bleibt verhalten.
Die Mais-Futures schlossen am Donnerstag mit einem Plus von 6 bis 7 Cents bei den vorderen Terminen, während der Kontrakt für die neue Ernte im Dezember um 1 ½ Cents zulegte. Die heute Morgen veröffentlichten Exportverkaufsdaten wiesen Buchungen von 1,497 Mio. Tonnen aus, womit sie über den Schätzungen von 0,8 bis 1,7 Mio. Tonnen für Mais alter Ernte in der Woche bis zum 13. März lagen. Dies war ein Vier-Wochen-Hoch und lag 26,2 % über dem Niveau der gleichen Woche des Vorjahres. Japan war mit 487.700 Tonnen der größte Käufer, gefolgt von Südkorea mit 397.200 Tonnen und Mexiko mit 303.700 Tonnen. Allerdings stornierten unbekannte Bestimmungsländer etwa 383.600 Tonnen. Die Verkäufe für die Ernte 2025/26 lagen mit 61.375 Tonnen im mittleren Bereich der erwarteten 0 bis 100.000 Tonnen. Der internationale Getreiderat erhöhte am Mittwoch seine Schätzung für die weltweite Maisproduktion 2024/25 um 1 Mio. Tonnen, senkte jedoch gleichzeitig die Prognose für die Ausfuhren um 1 Mio. Tonnen auf 274 Mio. Tonnen. Die erste Prognose für 2025/26 geht von einem Produktionsanstieg um 52 Mio. Tonnen im Jahresvergleich aus, während die Lagerbestände auf 280 Mio. Tonnen geschätzt werden. Aus Argentinien meldete die Buenos Aires Grain Exchange, dass die argentinische Maisernte zu 14 % abgeschlossen sei.
An der Euronext konnten die Mais-Futures keine klare Richtung finden. Die vorderen Termine bewegten sich kaum oder legten nur geringfügig zu, während die hinteren Termine in den roten Bereich rutschten. Am deutschen Kassamarkt bleibt die Verkaufsbereitschaft der Landwirte verhalten, und die Preise bewegen sich im Vergleich zur Vorwoche auf stabilem Niveau.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Weizen- und Maismarkt befindet sich weiterhin in einer angespannten Lage. Während zuletzt schwache Exportverkäufe, ein starker US-Dollar und Kursverluste bei den Futures kurzfristig bärischen Druck ausüben, gibt es auch bullische Signale: Die Nachfrage nach der neuen Weizenernte übertrifft die Erwartungen deutlich, die Mais-Exportverkäufe erreichten ein Vier-Wochen-Hoch, und viele Erzeuger halten sich mit Verkäufen zurück in der Hoffnung auf steigende Preise. Zudem sinken die globalen Weizenlagerbestände trotz Produktionsanstiegen, was zu einer knapperen Versorgung führen könnte. Insgesamt bleibt der Markt volatil, mit Chancen auf eine Erholung, falls die Exportnachfrage weiter anzieht oder sich der US-Dollar abschwächt.