Die Weizenkurse starteten schwach in die Woche, belastet von dem Überangebot auf der Nordhalbkugel sowie den politischen Gesprächen rund um die Ukraine. In Chicago fielen SRW- und HRW-Notierungen zunächst auf neue Tiefststände, bevor sie sich ab Wochenmitte erholten. Unterstützend wirkten Signale einer wettbewerbsfähigen US-Exportposition und eine syrische Ausschreibung. Gleichwohl blieb das internationale Umfeld von steigenden Ernteprognosen geprägt: Sowohl Ikar als auch Sovecon hoben ihre Schätzungen für die russische Weizenernte leicht an, was den Kursen immer wieder Grenzen setzte. In Paris schwankten die Notierungen, zunächst unter Druck durch den festen Euro, dann gestützt von Exportnachrichten aus Nordafrika und schließlich mit einem kräftigen Sprung über 197 Euro zur Wochenmitte.
Beim Mais stand die Pro Farmer Crop Tour im Fokus. Erste Ergebnisse deuteten auf sehr gute Flächenerträge hin, was die hohen USDA-Prognosen untermauerte und die Futures über weite Strecken unter Druck setzte. Einzig lokale Hinweise auf wetterbedingten Stress in einzelnen Regionen sorgten für kurze Gegenbewegungen. Hinzu kam ein Rückgang der Exportinspektionen, während die wöchentlichen US-Ethanolstatistiken ein gemischtes Bild zeichneten. Gegen Ende der Woche überwogen jedoch wieder bullische Impulse: Unerwartet starke Exportverkäufe für die neue Ernte sorgten für deutliche Aufschläge in Chicago und auch in Paris legte der Mais spürbar zu.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Getreidemärkte haben in dieser Woche ein wechselhaftes Bild gezeigt. Weizen profitierte phasenweise von Exportgeschäften, blieb aber im Schatten steigender Ernteprognosen und dem anhaltenden Überangebot. Der Sprung in Paris über 197 Euro signalisiert, dass Käufer bei attraktiven Niveaus bereitstehen. Mais zeigte sich von den Farm-Tour-Ergebnissen zunächst belastet, doch die starken Exportverkäufe könnten eine Bodenbildung einleiten. Sollte sich die Nachfrage auch in den kommenden Wochen fortsetzen, wären weitere Erholungen denkbar. Insgesamt bleibt das fundamentale Umfeld jedoch eher druckvoll, sodass kurzfristige Aufwärtsbewegungen nur begrenzt Bestand haben könnten.