Nach einem freundlichen Start verlief die Handelswoche am Weizenmarkt zunächst schwankend, ehe Frostsorgen zum Wochenschluss für Auftrieb sorgten. Die internationalen Märkte zeigten sich zunächst von zwei umfangreichen Weizentendern gestützt: Saudi-Arabien orderte deutlich mehr als erwartet, auch Algerien kaufte weitaus mehr als ausgeschrieben. Diese Kaufwelle hob die Stimmung an der Euronext spürbar, auch wenn der positive Effekt durch den stärker werdenden Euro rasch gedämpft wurde. In den USA begann die Woche feiertagsbedingt mit Verzögerung. Während die Märkte zunächst noch uneinheitlich reagierten, setzten ab Mittwoch spürbare Verluste ein. Der schwelende Grönland-Konflikt mit seinen drohenden Gegenzöllen belastete die Stimmung ebenso wie die anhaltend üppigen globalen Lagerbestände. Die russischen Inlandspreise gaben laut SovEcon kräftig nach, was auf schleppende Ausfuhren hindeutet. Erst zum Ende der Woche kam es zu einer klaren Kursumkehr: Eine ausgedehnte Kaltfront mit strengen Frösten befeuerte Sorgen vor möglichen Frostschäden, vor allem bei ungeschütztem Winterweizen. Besonders die Kontrakte für HRW-Weizen profitierten hiervon. Der schwache Dollar verlieh zusätzliche Unterstützung.
Am Maismarkt hielt sich der Erholungsversuch nur kurz. Zwar stützten robuste Exportmeldungen und zuletzt schwächere US-Bestandszahlen das Umfeld, doch zunehmende Unsicherheit um die Bioethanolpolitik der USA und eine kräftig nach oben korrigierte Anbaufläche in Argentinien drückten auf die Stimmung. Die jüngsten Wetterprognosen für Brasilien fielen günstig aus, was die Ertragserwartungen zusätzlich hob. Entsprechend beendeten die Maiskurse die Woche zwar mit einem leichten Plus, ohne jedoch nachhaltigen Auftrieb zu entwickeln. An der Euronext bewegte sich der Mais zuletzt seitwärts.
ZMP Live Expertenmeinung
Die jüngste Wetterlage bringt wieder mehr Unsicherheit in die Weizenmärkte. Sollte es in den südlichen Plains tatsächlich zu Frostschäden kommen, könnten die Kurse weiter zulegen. Gleichzeitig bleibt das Angebot aus der Schwarzmeerregion umfangreich, auch wenn die russischen Preise sinken. Für Mais bleibt das Umfeld schwierig: Die US-Farmer sehen sich ohne politische Unterstützung im Ethanolsektor einem großen Angebotsdruck gegenüber. Positiv bleibt die Exportlage, doch die starke Konkurrenz aus Südamerika dürfte den Spielraum für größere Preissteigerungen begrenzen.