Nach einem volatilen Start gelang den US-Weizenkursen gegen Ende der Woche eine markante Erholung, getragen von Spekulationen über chinesisches Kaufinteresse. Zuvor hatten SRW- und HRW-Weizen an der CBoT zunächst auf neue Mehrjahrestiefs nachgegeben, ehe sie ab Mittwoch kräftig zulegten. Am Freitag schloss SRW-Weizen deutlich im Plus, HRW verzeichnete mit 11,5 US-Cent den höchsten Tagesgewinn der Woche. Für Auftrieb sorgten Marktgerüchte, wonach China an US-Weizen interessiert sei - befeuert durch das geplante Spitzentreffen zwischen Trump und Xi Jinping. Offizielle Bestätigungen blieben aufgrund des anhaltenden Regierungsstillstands in den USA jedoch aus. Unterstützung kam zudem von einem deutlich größeren als erwarteten Weizenkauf Algeriens, was weltweit Spekulationen über weitere Importaktivitäten auslöste. Auch die frostigen Wetterprognosen für Argentinien sowie Aussaatprobleme in China rückten verstärkt in den Fokus. An der Euronext blieb die Reaktion gedämpft. Trotz zwischenzeitlicher Gewinne konnte sich der Dezemberkontrakt nicht nachhaltig vom Fleck bewegen. Frankreich bleibt nach dem algerischen Tender ohne Zuschlag, hofft aber auf neue Absatzchancen Richtung Asien.
Die Maismärkte zeigten sich über weite Strecken robust. In Chicago profitierte der Kursverlauf von der starken Nachfrage nach Ethanol und anziehenden Exportzahlen. Der Regierungsstillstand sorgte zwar für Unsicherheit, bremste die Kauflaune jedoch nicht nachhaltig. Hinzu kommt die anhaltend geringe Verkaufsbereitschaft vieler US-Farmer, die angesichts niedriger Preise ihre Lagerbestände weiter zurückhalten. Gegen Ende der Woche schob das neue Sanktionspaket gegen Russland auch die Maispreise an. An der Euronext verharrten die Kurse hingegen in einem engen Seitwärtskorridor.
ZMP Live Expertenmeinung
Der Weizenmarkt hat sich gegen Ende der Woche überraschend belebt, doch viele Faktoren sprechen weiterhin für eine fragile Aufwärtsbewegung. Ob sich das chinesische Interesse an US-Weizen bestätigt, bleibt angesichts fehlender offizieller Daten unklar. Fundamentale Belastungen wie große Lagerbestände und starke Ernten sind nach wie vor präsent. Beim Mais stützen die geringen Verkaufsaktivitäten der Farmer und die positive Entwicklung bei Ethanol und Exporten die Kurse. Dennoch bleibt das Aufwärtspotenzial begrenzt, da die laufende US-Ernte auf ein Rekordniveau zusteuert. Insgesamt ist für beide Märkte kurzfristig mit nervösem Seitwärtshandel zu rechnen, wobei geopolitische Impulse für Bewegung sorgen könnten.