Die Weizenpreise zeigten sich insgesamt im Aufwärtstrend. An der Chicago Board of Trade (CBoT konnte der Mai-Kontrakt einen Anstieg von 1,00 US-Cent auf 529,20 US-Cent/bushel (170,42 €/t) verzeichnen. In Kansas jedoch fielen die Hard-Red-Notierungen um 8,20 US-Cent auf 537,60 US-Cent/bushel. Gleichzeitig legten die Spring-Wheat-Kontrakte in Minneapolis um 1,00 US-Cent zu und erreichten 592,40 US-Cent/bushel. Auch an der Pariser Euronext stieg der Mai um 0,75 €, was einen Preis von 209,50 €/t ergab. Es wird jedoch erwartet, dass die positiven Kursentwicklungen durch die bevorstehenden Regenfälle in den Anbaugebieten von Hard-Red-Winter-Weizen, insbesondere in den US-Staaten Montana, North Dakota und South Dakota, gedämpft werden könnten. Derweil beliefen sich die US-Weizenexporte auf nur 145.016 t, was unter den Prognostizierten 150.000 bis 200.000 t lag und den zweitniedrigsten Wert im aktuellen Wirtschaftsjahr darstellt. Vietnam war mit 75.300 t der größte Käufer, gefolgt von Nigeria mit 37.000 t. Die Verkäufe für die neue Ernte übertrafen mit insgesamt 371.712 t die Erwartungen von 100.000 bis 300.000 t und stellten die zweithöchste Menge im laufenden Wirtschaftsjahr dar. Mexiko führte die Liste der Käufer mit 112.000 t an, während Japan 93.200 t erwarb.
Die Maisfutures konnten sich am Donnerstag leicht erholen und beendeten den Handelstag mit einem Plus von 2 bis 5 ¼ Cent. Damit setzte sich eine moderate Gegenbewegung nach den jüngsten Verlusten fort. Auch am Kassamarkt zeigte sich eine freundliche Tendenz: Der nationale Durchschnittspreis für Mais stieg laut CmdtyView um 5 ½ Cent auf 4,50 ½ USD je Bushel. Für zusätzlichen Gesprächsstoff unter Marktteilnehmern sorgte die Ankündigung der Chicago Board of Trade (CBOT), die täglichen Preislimits für Maiskontrakte zum 1. Mai um 5 Cent auf künftig 35 Cent auszuweiten. Die Maßnahme signalisiert eine erhöhte Bereitschaft der Börse, auf potenziell volatilere Marktphasen flexibel zu reagieren, und erweitert zugleich den Spielraum für kurzfristige Preisschwankungen. Aus fundamentaler Sicht stand am Donnerstag vor allem der wöchentliche Exportbericht des USDA im Mittelpunkt. Demnach wurden in der Woche bis zum 17. April 1,15 Millionen Tonnen Mais aus der aktuellen Ernte 2024/25 verkauft. Das Ergebnis liegt im oberen Bereich der Markterwartungen von 0,8 bis 1,3 Millionen Tonnen, markiert jedoch im Wochenvergleich einen Rückgang von 26,2 %. Mit 629.200 Tonnen war Japan erneut der wichtigste Abnehmer, gefolgt von Südkorea (140.600 Tonnen) und Mexiko (136.400 Tonnen). Für die neue Ernte wurden hingegen keine Verkäufe gemeldet – ein Aspekt, den Händler und Analysten in den kommenden Wochen verstärkt beobachten dürften.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Weizenpreise haben sich in den letzten Wochen tendenziell positiv entwickelt, begünstigt durch eine stabile internationale Nachfrage und moderate Preissteigerungen an den wichtigsten Börsenplätzen. Besonders die Exportverkäufe für die neue Ernte und die Erhöhung der Preislimits an der CBoT unterstützen die Marktstimmung. Jedoch dämpfen Faktoren wie schwächere US-Weizenexporte und die Aussicht auf regenreiche Bedingungen in Schlüsselregionen der USA, die das Angebot stabilisieren könnten, den Aufwärtstrend. Die Preisentwicklung bleibt daher von Unsicherheiten bezüglich globaler Nachfrage, Wetterbedingungen und politischer Faktoren beeinflusst.