In der vergangenen Woche zeigten sich die internationalen Weizenmärkte volatil – geprägt von Erntefortschritten, Qualitätseinschätzungen und neuen Exportdaten. In den USA sorgte die zügig voranschreitende Winterweizenernte zunächst für Preisdruck. Mit rund 73 Prozent lag der Fortschritt nur knapp unter den Erwartungen. Gleichzeitig meldete das USDA erfreuliche Exportzahlen: Über 730.000 Tonnen gingen in der Vorwoche ins Ausland – ein spürbares Plus gegenüber dem Vorjahr. Die Notierungen erholten sich im Wochenverlauf, gestützt durch schwächere Qualitätsbewertungen beim Sommerweizen. Nur 52 Prozent der Flächen wurden zuletzt mit gut/ausgezeichnet bewertet – zwei Prozentpunkte weniger als zuvor. Auch eine leichte Abwärtskorrektur der russischen Ernteprognose – nun bei 88 bis 90 Mio. Tonnen – stützte den Markt. Gegen Ende der Woche gaben neue Exportzahlen nochmals positiven Impuls: Die USA verkauften 712.000 Tonnen Weizen, deutlich mehr als erwartet. Dennoch blieb das europäische Preisniveau unter Druck – die fortschreitende Ernte und der starke Euro drücken den Preis.
Am Maismarkt dominierten dagegen insgesamt schwächere Vorzeichen. Bereits zum Wochenstart drückten enttäuschende Exportinspektionen die Kurse – mit rund 983.000 Tonnen lagen sie deutlich unter dem Vorwochenwert. Die USDA-Bewertung der Bestände blieb mit 74 Prozent gut/ausgezeichnet zwar stabil, bot aber keine neuen Impulse. Auch zur Wochenmitte setzte sich die Schwäche fort: Die Ethanolvorräte in den USA stiegen trotz geringfügig gesunkener Produktion – ein Zeichen für nachlassende Nachfrage. Erst zum Ende der Woche hin sorgten neue Verkaufsabschlüsse für etwas Entlastung: Südkorea orderte 130.000 Tonnen US-Mais, weitere Mengen gingen an unbekannte Käufer. Trotzdem zeigten sich vor allem die europäischen Märkte unbeeindruckt – in Paris fiel der August knapp über die 200-Euro-Marke zurück.
ZMP Live Expertenmeinung
Die nächste Zeit bleibt abhängig von den Ernteergebnissen du der Wetterlage. Beim Weizen könnten neue Einschätzungen zur Ertragslage in den USA und Russland den Ton angeben. Auch die Exportaktivität bleibt ein wichtiger Faktor, insbesondere mit Blick auf mögliche internationale Ausschreibungen. Beim Mais richtet sich der Fokus weiter auf die Entwicklung der Bestände in den USA und die Stimmung am Ethanolmarkt. Generell dürfte die Unsicherheit anhalten – sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite. Größere Bewegungen sind vor allem dann zu erwarten, wenn es zu neuen Handelsabkommen mit den USA kommt.