In der vergangenen Woche standen die Weizenmärkte zunächst unter Druck. Zum Wochenauftakt belasteten nachlassende Nachfrageimpulse sowie technische Verkäufe die Kurse. Besonders betroffen war SRW-Weizen in Chicago, der deutlich verlor, während auch HRW- und Sommerweizen in Kansas City und Minneapolis rückläufig tendierten. Die kräftige Exportnachfrage konnte den Abwärtstrend zunächst nicht stoppen, obwohl sich die Verschiffungen im Vergleich zur Vorwoche deutlich erhöhten. Auch in Paris setzte sich die Schwäche zunächst fort. Erst zur Wochenmitte sorgten eine kurzfristige technische Erholung und spekulative Zukäufe für Auftrieb, wobei vor allem SRW- und HRW-Weizen profitieren konnten. Jedoch erwies sich die Erholung als fragil, da fundamentale Impulse fehlten. Erst gegen Ende der Woche kehrte mit soliden US-Exportbuchungen und einem schwächeren Euro neues Vertrauen zurück. Stützend wirkte zudem eine große Order aus Algerien sowie Exportphantasie rund um die Schwarzmeerregion. Gleichwohl dämpfte die deutlich nach oben korrigierte EU-Weizenprognose das Potenzial nach oben. Die Marktakteure bewerten nun mit Spannung, wie sich die verbesserte Ertragserwartung in Argentinien infolge ergiebiger Niederschläge mittelfristig auswirkt.
Auch am Maismarkt überwogen zunächst die roten Vorzeichen. Die Notierungen gaben über anfangs nach, gestützt lediglich von technischen Gegenbewegungen. Fundamental belasteten zum einen der sich beschleunigende Erntefortschritt in den USA und zum anderen rückläufige Ethanolproduktionszahlen bei gleichzeitig steigenden Lagerbeständen. Die Exportentwicklung sorgte schließlich für eine späte Stabilisierung: Die kräftige Nachfrage insbesondere nach US-Mais mit einem Rekordwert an Neubuchungen für die laufende Saison sorgte für ein freundlicheres Marktumfeld. Dennoch bleibt die Stimmung vor dem Quartalsbericht volatil.
ZMP Live Expertenmeinung
Trotz zwischenzeitlicher Erholungen bleibt das Marktumfeld für Weizen und Mais vorerst richtungslos. Die Exportdynamik liefert zwar positive Impulse, doch wirken die stark nach oben korrigierten EU-Ernteprognosen sowie robuste Lagerbestände in den USA klar preisdämpfend. Am Weizenmarkt könnten geopolitische Entwicklungen in Bezug auf Algerien und Argentinien für temporäre Schwankungen sorgen. Bei Mais stützt der Rekord bei den Neubuchungen die Preise, doch dürfte der laufende Erntefortschritt weiter auf die Kurse drücken. Eine klarere Tendenz dürfte sich erst nach Veröffentlichung des USDA-Quartalsberichts ergeben. Bis dahin dominiert die technische Volatilität.