27.
02.25
US-Zölle und Wetter im Fokus - Getreide unter Druck

Getreide News, 27.02.2025

Bullish
  • Nachfrage aus Importländern
  • Hohe Ethanolproduktion fördert Nachfrage bei Mais
  • Exportquote Russland könnte für steigende EU-Exporte sorgen
Bearish
  • Sorge um US-Zölle
  • Keine Frostschäden in den US-Plains bisher
  • Erwartung, dass Bestände beim Mais und Weizen steigen

Die Weizenkurse setzten am Mittwoch ihren Abwärtstrend weiter fort und konnten somit die Vorzeichen nicht mehr drehen. In Chicago ging es für den umsatzstärksten Mai-Termin mit einem Verlust von 8,00 US-Cent Richtung Süden – am Ende des Tages lag der Settlementkurs somit bei 579,75 US-Cent pro Bushel. Damit konnten die Weizenkurse seit letztem Mittwoch die bärische Stimmung nicht kippen. Auch in Kansas notierten die Hard-Red-Weizenpreise schwächer, während die Spring-Wheat-Futures in Minneapolis es nicht aus der Verlustzone schafften. Die Preise gerieten unter Druck aufgrund neuer Einschätzungen zur Bestandsentwicklung. Analysten berichten, dass das kalte und ungünstige Wetter im Mittleren Westen keine größeren Frostschäden an den Winterweizenbeständen verursacht hat. Die vorhandene Schneedecke war in den meisten Regionen ausreichend. Derweil soll es in den kommenden Wochen im Osten des Landes zu längeren Regenschauern kommen. Allerdings wurde betont, dass die Niederschläge nur teils in den Anbaugebieten der Plains ankommen sollen. Zusätzlich belasten die angekündigten US-Zölle auf Importe aus Kanada und Mexiko die Märkte. Präsident Trump hat angekündigt, dass diese am 4. März in Kraft treten sollen. Investoren befürchten sowohl einen Rückgang der US-Exporte als auch mögliche Gegenzölle der betroffenen Nachbarländer auf US-Agrarprodukte. Am heutigen Tag wird mit Spannung der neueste Bericht des USDA zu den Endbeständen der Saison 2025/26 erwartet. Im Schnitt erwarten die Marktteilnehmer, dass diese auf 830 Mio. Bushel Weizen beziffert werden. Damit läge das Ergebnis verglichen mit 794 Mio. Bushel in der aktuellen Saison deutlich darüber. Der Anbau für 2025 wird im Durchschnitt auf 46,7 Mio. Acres geschätzt. Auch an der Euronext übernahmen die Bären erneut die Führung und setzten damit der Erholung ein jähes Ende. Der umsatzstärkste Mai-Kontrakt verlor 1,75 € und schloss bei 230,00 € pro Tonne, was den niedrigsten Wert seit vier Wochen markierte. Vor allem die schwachen Vorgaben aus Übersee zogen die Futures in den roten Bereich. Gebremst wurden die Verluste lediglich durch die Hoffnung auf steigende EU-Exportgeschäfte. Vor allem die Entwicklung in Russland rund um die dortige Exportquote lässt Händler aufhorchen. So könnten diese wieder vermehrt zum Zuge kommen, sollten die Quote ausgeschöpft sein. Auch beim Mais konnten sich die Futures der schwachen Stimmung nicht entziehen und beendeten den Handel auf rotem Terrain. In Chicago notierte der meistgehandelte Mai-Termin einen Verlust von 0,75 US-Cent auf umgerechnet 185,49 Euro je Tonne. Wie auch beim Weizen wird der Bericht des USDA heute mit Spannung erwartet. Analysten gehen davon aus, dass sich die Maisendbestände für die Saison 2025/26 im Durchschnitt auf ein Volumen von 1,91 Milliarden Bushel belaufen werden. Für die Saison 2024/25 wird mit einer Menge von 1,54 Milliarden Bushel gerechnet. Der Anbau soll der Einschätzung der Analysten nach sich auf ca. 93,6 Mio. Acres belaufen. Derweil wurde auch der neue Bericht der EIA veröffentlicht, der bestätigt, dass sich die US-Ethanolproduktion weiterhin auf einem hohen Niveau bewegt. Die tägliche Produktion lag im Schnitt in der vergangenen Woche bei rund 1,081 Millionen Barrel – ein leichter Rückgang um 3.000 Barrel im Vergleich zur Vorwoche. Mit einem Plus von 1,35 belaufen sich die Bestände auf 27,57 Millionen Barrel. An der Euronext zeigten sich Maispreise unbeeindruckt und fanden keine klare Richtung. Der Juni-Kontrakt stieg marginal um 0,25 auf 220,00 €/t.

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ZMP Live Expertenmeinung

Die Weizen- und Maispreise stehen weiter unter Druck, da hohe Endbestände erwartet werden und bisher kaum befürchtete Frostschäden eingetreten sind. Zusätzlich sorgt die Politik vom US-Präsidenten Trump für eine bärische Stimmung. Exportbeschränkungen in Russland oder Wetterrisiken sorgen jedoch unverändert, für eine gewisse Stabilisierung sorgen könnten. 

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