Zum Wochenauftakt setzte der Weizen seine vorangegangene Rally zunächst fort, ehe sich das Bild drehte. An der CBoT kletterte der SRW Mai zu Wochenbeginn auf ein Mehrmonatshoch, gestützt von anhaltenden Sorgen um Trockenheit in den US Plains sowie Unsicherheiten nach dem Zollurteil des Obersten Gerichtshofs. HRW Weizen profitierte zunächst ebenfalls, geriet im Wochenverlauf jedoch deutlicher unter Druck. Mit verbesserten Wetterprognosen, angekündigten Niederschlägen und steigenden Temperaturen wich die Risikoaufschläge zunehmend aus dem Markt. Zur Wochenmitte dominierte eine abwartende Haltung, bevor SRW gegen Ende der Woche wieder zulegen konnte, während HRW weiter nachgab.
International sorgte die rege Tenderaktivität für Aufmerksamkeit. Algerien sicherte sich laut Händlern rund 600.000 t Mahlweizen zu C&F Preisen von 259 bis 260 US Dollar je Tonne, mutmaßlich aus dem Schwarzmeerraum. Frankreich blieb außen vor. Zudem schrieben Saudi Arabien und Jordanien größere Mengen aus. Die US Exportdaten fielen uneinheitlich aus und konnten die Kurse nur phasenweise stützen. An der Euronext näherte sich der Mai kurzzeitig der Marke von 200 Euro, gab zwischenzeitlich nach und beendete die Woche etwas fester.
Mais zeigte sich vergleichsweise stabil. Sehr starke US Exportinspektionen zu Wochenbeginn stützten, ebenso robuste Ethanol Daten. Schwächere Exportbuchungen bremsten zwar zwischenzeitlich, doch internationale Käufe aus der Türkei und Südkorea sowie ein größerer Verkauf an Japan hielten die Notierungen insgesamt im Aufwind. An der Euronext bewegte sich der Juni in enger Spanne seitwärts mit leichter Erholung zum Wochenschluss.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Märkte haben einen Teil der Wetterprämie im Weizen bereits wieder abgegeben. Sollten die angekündigten Niederschläge in den US Plains eintreffen, dürfte der Abgabedruck vor allem bei HRW anhalten. Gleichzeitig zeigt die rege Nachfrage aus Nordafrika und dem Nahen Osten, dass auf dem aktuellen Preisniveau Kaufinteresse besteht. Beim Mais bleibt die Exportdynamik der zentrale Stützpfeiler. Kurzfristig erscheint eine Seitwärtsbewegung mit erhöhter Volatilität wahrscheinlich, wobei neue Wetterrisiken oder weitere Großtender rasch für Richtungswechsel sorgen könnten.