Der Weizenmarkt startete schwach in die Woche, nachdem zum Ende der Vorwoche deutliche Gewinnmitnahmen eingesetzt hatten. Besonders SRW und HRW gerieten zunächst unter Druck, wobei HRW etwas stärker nachgab. Auslöser waren neben einer festeren Entwicklung des US-Dollars vor allem Hoffnungen auf Entspannung im Iran-Konflikt, die Risikoaufschläge aus den Preisen nahmen. Gleichzeitig wirkten verbesserte Niederschlagsaussichten in den südlichen Plains dämpfend, auch wenn langfristig weiter Trockenheit droht. Zur Wochenmitte stabilisierten sich die Notierungen, gestützt durch anhaltende geopolitische Unsicherheit sowie internationale Ausschreibungen, die die Nachfragefantasie belebten. Gegen Ende der Woche zogen die Kurse wieder an, wobei HRW überdurchschnittlich zulegte, da die Wetterrisiken für die US-Anbaugebiete erneut stärker in den Fokus rückten. Unterstützend wirkten zudem robuste Exportzahlen. An der Euronext zeigte sich ein ähnliches Muster mit anfänglichen Verlusten und anschließender Stabilisierung, wobei gute Ertragsaussichten in Europa und Russland den Spielraum nach oben begrenzten.
Der Maismarkt folgte zunächst der schwachen Tendenz des Weizens und dem Rückgang der Rohölpreise zu Wochenbeginn. Friedenssignale im Nahen Osten belasteten die Energiepreise und damit auch den Mais. Im weiteren Verlauf sorgten stabile Exportdaten und neue Nachfrageimpulse für eine Gegenbewegung. Zusätzliche Unterstützung kam von steigender Ethanolproduktion sowie Erwartungen an politische Entscheidungen zu Biokraftstoffquoten. Dennoch blieb die Aufwärtsdynamik begrenzt. Die Aussicht auf eine möglicherweise kleinere US-Anbaufläche wirkte stützend, während gleichzeitig hohe Exporte aus Argentinien den Wettbewerb verschärften. An der Euronext bewegte sich Mais weitgehend seitwärts.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Märkte bleiben stark von externen Faktoren abhängig, insbesondere von geopolitischen Entwicklungen und der Energiepreisdynamik. Kurzfristig könnten Wetterrisiken in den USA den Weizen weiter stützen, vor allem HRW. Gleichzeitig begrenzen globale Produktionsaussichten das Aufwärtspotenzial. Beim Mais dürfte die Nachfrage aus dem Energiesektor eine zentrale Rolle spielen. Die erwarteten politischen Entscheidungen zu Biokraftstoffen könnten hier neue Impulse liefern. Insgesamt ist mit einer weiterhin schwankungsanfälligen Seitwärtsbewegung zu rechnen. Nachhaltige Trends erfordern klarere Signale auf Angebots oder Nachfrageseite.