Die Getreidepreise stehen weiter unter Druck, wenngleich sich seit dem Mittwoch für Weizen in Paris eine freundliche Tendenz zeigt. Auch am heutigen Donnerstag tendieren die Kontrakte mit leichten Aufschlägen. Der September-Kontrakt schloss gestern bei 223,50 Euro/t und konnte am heutigen Donnerstag im Tageshoch bereits 225,25 Euro/t notieren. Auch beim Matif-Mais waren gestern und heute die Kontraktentwicklungen mit grünen Vorzeichen geprägt. Dennoch liegen die Preise unter denen der Vorwoche. Beim Matif-Weizen wurde im Frontmonat September am vergangenen Freitag noch 236,75 Euro/t notiert.
An der Marktlage hat sich unterm Strich wenig geändert. Die voranschreitende Weizenernte in den USA belastet den Markt. Am Montag veröffentlichte das USDA nachbörslich einen Erntefortschritt von 40 Prozent. Der Schnitt der letzten fünf Jahre liegt zu diesem Zeitpunkt bei lediglich 25 Prozent. Für den morgigen Bericht zu den Bestandszahlen und den Anbauflächen erwarten Marktteilnehmer zudem eine leichte Anhebung der Weizenfläche in den USA. Auch in Europa zeigen sich die Erzeuger überwiegend zufrieden mit ihren Beständen. Sowohl im Süden als auch im Norden wird bereits die erste Gerste geerntet. Belastend wirkten auch abermals die scheinbar besseren Ertragserwartungen für Russland. Die Frostwelle im Mai hat den Beständen wohl nicht so stark zugesetzt, wie zunächst erwartet. Die Exportzahlen der Europäischen Union hinken dem Vorjahr auch kurz vor Saisonende hinterher. Beim Mais liegen die Importmengen um deutlich 7,9 Mio. Tonnen hinter dem Vorjahresvolumen. Wichtigster Lieferant beleibt die Ukraine, die mehr als 2/3 der Mengen geliefert hat. Hauptabnehmer in Europa ist und bleibt Spanien. In den USA werden die Maisbestände zu 69 Prozent in einem guten oder sehr guten Zustand gesehen. Das ist etwas weniger als in der Vorwoche, aber dennoch deutlich besser als im Vorjahr, als zu diesem Zeitpunkt nur 50 Prozent in dieser Kategorie bewertet wurden. Belastend wirken für Mais derzeit die höher erwartete Anbaufläche in den USA sowie gute Wachstumsbedingungen in Europa. Auch eine rückläufige Ethanolproduktion drückt auf die Stimmung, wenngleich die Kontrakte in Paris und Chicago heute wieder zulegen.
An den hiesigen Kassamärkten standen die Notierungen zuletzt unter Druck. Der Handel bleibt überschaubar.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Getreidepreise zeigen sich am Mittwoch und Donnerstag freundlicher, täuschen aber nicht darüber hinweg, dass im Juni deutliche Verluste verbucht wurden. Die kommenden Wochen werden von den Ernten auf der Nordhalbkugel geprägt bleiben.