Die internationalen Getreidepreise standen in dieser Woche unter Abwärtsdruck. Sowohl Weizen als auch Mais verloren an Wert. Der Weizen verzeichnete den fünften Tag in Folge Verluste und lag für den September an der CBoT bei nur noch 536,75 US-Cent/bushel. Ausschlaggebend war vor allem der Fortschritt bei der Ernte und eine zurückhaltende Exportnachfrage. In den USA läuft die Winterweizenernte planmäßig, und auch beim Sommerweizen sind die Bedingungen vielerorts gut.
Doch auch die Wetterbedingungen sorgten gerade für den Mais für einen großen Preisdruck. Die aktuellen Bedingungen sind hervorragend. Das feucht-warme Klima verspricht gute Erträge für die Pflanze. Die Prognosen für die kommenden Tage deuten auf eine Fortsetzung der günstigen Witterung hin.
Auch international mehren sich die Anzeichen für gute Ernteergebnisse. In Russland wurden die Ertragserwartungen in dieser Woche wieder nach oben angepasst. Das überraschte die Händler zum Teil, da in der Vergangenheit von extremen Trockenstress und sogar einem Notstand in einigen Regionen die Rede war. In Brasilien schreitet die Maisernte unter normalen Bedingungen voran. Zwar gab es regional auch Berichte über Trockenstress, doch insgesamt scheint sich die Lage stabil darzustellen. Trotz vereinzelter Exportverkäufe aus den USA, etwa an Mexiko oder Asien, bleibt die globale Nachfrage bislang unter den Erwartungen. Gleichzeitig sorgt das hohe Angebot für zusätzliche Zurückhaltung bei spekulativen Käufen.
Geopolitische Spannungen im Nah-Ost-Konflikt hallten zum Anfang der Woche noch nach. Anfänglich war nicht klar, wie sich die Lage weiterentwickelt, aber aktuell scheint sich die Situation stabilisiert zu haben. Die Sorge, dass die Straße von Hormus durch den Iran geschlossen wird und es zu extremen Verwerfungen auf den Handelsrouten kommt, ist erst einmal vom Tisch. Der Fokus richtet sich nun auf den anstehenden USDA-Bericht. Dieser könnte neue Impulse liefern, insbesondere mit Blick auf Anbauflächen und Lagerbestände. Sollte sich die Erwartung bestätigen, dass die Flächen hoch und die Erträge stabil bleiben, dürfte der Druck auf die Preise zunächst bestehen bleiben.
ZMP Live Expertenmeinung
Angesichts der aktuellen Wetterlage und des zügigen Erntefortschritts ist in den kommenden Wochen kaum mit einer nachhaltigen Preiswende zu rechnen. Die Angebotsseite bleibt stark, und solange es keine größeren witterungsbedingten Ausfälle gibt, dürften die Kurse unter Druck bleiben. Die Kaufzurückhaltung vieler Importeure deutet zudem darauf hin, dass der Markt weiteres Abwärtspotenzial sieht. Erst wenn sich neue Nachfrageimpulse zeigen oder es in wichtigen Regionen zu Produktionsrisiken kommt, könnte sich das Bild ändern. Entscheidend werden die nächsten USDA-Zahlen sein – vor allem zu Flächen und Ertragsschätzungen. Bleiben diese hoch, dürfte sich der schwache Preistrend fortsetzen.