Die bullische Stimmung setzte sich am Donnerstag an allen drei US-Börsen durch. Der Kauf von 1,17 Millionen Tonnen Weizen durch Algerien sorgte für Aufsehen, da die ursprünglich gemeldeten Mengen nahezu verdoppelt wurden. Die Meldung hellte die Stimmung auf und konnten den Bullen zur Führung verhelfen. Währenddessen ist die globale Weizenproduktion weiter im Fokus der Marktteilnehmer, vor allem auch die Prognosen aus Russland und den günstigen Offerten aus dem Schwarzmeerraum. Das russische Analystenhaus IKAR prognostiziert einen Rückgang der Weizenexporte für das Jahr 2025/26 auf 41 Millionen Tonnen. Dies würde einen Rückgang des Marktanteils Russlands von 25 % auf 20 % bedeuten, was signifikante Auswirkungen auf die globalen Weizenmärkte und auch die Preise haben könnte.
Auch die US-Mais-Futures haben den Trend Richtung Norden übernommen und verzeichneten nach der Weihnachtspause die höchsten Preise seit Juni. Diese Entwicklung wurde durch die anstehenden wöchentlichen EIA-Daten unterstützt, die auf Freitagmorgen verschoben wurden. Der Markt erwartet, dass die Ethanolerzeugung stabil bleibt und weiterhin über 1,1 Millionen Barrel pro Tag liegt, was eine positive Nachricht für die Maisproduzenten darstellt.
Die Exportverkaufsdaten, die ebenfalls am Freitagmorgen veröffentlicht werden, könnten dem Markt ebenfalls Impulse geben. Der Handel rechnet mit Buchungen von insgesamt 1 bis 1,6 Millionen Tonnen Mais für die Woche, die am 19. Dezember endete, sowie weiteren 0 bis 50.000 Tonnen für das folgende Jahr 2025/26. Diese Erwartungen spiegeln die anhaltende Nachfrage nach Mais wieder, insbesondere aus Brasilien, wo die Exporte laut ANEC für Dezember auf 4,1 Millionen Tonnen geschätzt werden – unverändert gegenüber der vorherigen Schätzung.
An der Euronext startet die Börse nach einer positiven Halbtagssitzung am 23.12. heute wieder in den Handel.
ZMP Live Expertenmeinung
Nach der Feiertagspause konnten die US-Futures bereits den ersten Handel positiv schließen. Trotz der soliden Ernteaussichten, v.a. auf der Südhalbkugel, scheint die globale Nachfrage jüngst wieder gestiegen zu sein und sorgt für bullische Impulse. Auch die Meldung, dass der Einfluss durch Russland aufgrund der reduzierten Export könnte den Preisdruck weiter mindern und besonders Weizen Auftrieb geben.