Der internationale Weizenmarkt blieb in der Berichtswoche von wechselhaften Impulsen geprägt. In den USA entwickelten sich SRW- und HRW-Weizen uneinheitlich: Während SRW-Weizen zu Wochenbeginn unter Druck geriet, zeigte HRW zunächst relative Stärke, bevor beide Sorten zur Wochenmitte von optimistischen Exportzahlen profitieren konnten. Der enttäuschende Umfang des saudischen US-Weizenkaufs dämpfte zeitweise die Marktstimmung, ebenso wie das anhaltend aggressive Preisniveau aus Russland und Argentinien, das im Exportgeschäft zunehmend belastet. Die optimistische russische Ernteprognose für 2026 von bis zu 91 Millionen Tonnen lastete ebenfalls auf den Kursen, konnte jedoch vor der Feiertagspause durch charttechnische Unterstützung und feste Vorgaben vom Maismarkt teilweise kompensiert werden. Die Euronext zeigte sich insgesamt stabil, auch wenn der festere Euro die Exportchancen für EU-Weizen einschränkte.
Der Maismarkt entwickelte sich in den USA bullisch. Analysten stellten vermehrt die offiziellen US-Ernteprognosen infrage, zudem kursierten Spekulationen über potenziell größere Qualitätsprobleme und mögliche Käufe Chinas, das nach wetterbedingten Ertragseinbußen vermehrt auf dem Weltmarkt aktiv ist. Unterstützung kam von robusten Ethanolzahlen sowie der Hoffnung auf eine wachsende Nachfrage. In Südamerika zeigen sich die argentinischen Bestände stabil, während in Brasilien erneut Dürresorgen aufkommen. Die Euronext blieb in engen Spannen, mit leichten Aufschlägen in der Wochenmitte, bevor zum Wochenschluss schwache Nachfrage und fehlende US-Impulse die Kurse leicht drückten.
ZMP Live Expertenmeinung
Die internationalen Getreidemärkte bleiben weiter von externen Faktoren geprägt. Während beim Maismarkt zunehmend Zweifel an den offiziellen US-Ernteschätzungen aufkommen und die Exportdynamik für Auftrieb sorgt, bleiben die globalen Aussichten für Weizen vorerst belastet. Die hohe Exportkonkurrenz aus Russland und Argentinien setzt die Kurse unter Druck, wenngleich lokale Wetterrisiken und charttechnische Signale kurzfristig stützen können. Auf europäischer Seite dämpft der starke Euro die Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich.