Starke Witterungseffekte und Exportnachrichten prägten die Kursentwicklung am Weizenmarkt. In den USA führte eine Kaltfront mit rekordverdächtigen Temperaturen zunächst zu kräftigen Aufschlägen bei SRW- und HRW-Weizen. Sorgen vor Frostschäden in Winterweizenbeständen, vor allem in Nebraska, Teilen von Kansas und Colorado, sorgten zu Wochenbeginn für Risikoaufschläge. Gegen Mitte der Woche ließ die Nervosität jedoch spürbar nach, nachdem sich ergiebige Schneefälle als schützender Faktor herausstellten. In Russland hatten ähnliche Wetterbedingungen einen vergleichbaren Effekt. Dennoch blieb die Einschätzung möglicher Schäden spekulativ, da belastbare Bewertungen voraussichtlich erst im Frühjahr vorliegen werden. Stützend wirkte ein schwacher US-Dollar, der die Exportchancen verbesserte. Die Exportzahlen fielen insgesamt solide aus. Besonders die Weizenbuchungen übertrafen mit einem Neun-Wochen-Hoch die Erwartungen, während die Ausfuhren laut USDA am oberen Ende der Schätzungen lagen. Die Euronext hingegen zeigte sich trotz fester US-Vorgaben unter Druck durch den starken Euro, der das Exportgeschäft erschwerte.
Am Maismarkt wirkten starke US-Weizenpreise und ein schwacher Dollar stützend, insbesondere zur Wochenmitte. Ein zentraler Impuls war die Meldung außergewöhnlich hoher Exportbuchungen von mehr als 4 Mio. Tonnen. Zwar gaben die Kurse zwischenzeitlich einen Teil dieser Aufschläge wieder ab, doch die Exportdaten zum Wochenschluss bestätigten mit fast 1,7 Mio. Tonnen den robusten Außenhandel. In Argentinien blieben Wetterbedenken wegen Dürre und Hitzewellen bestehen, auch wenn regional Regen gefallen ist. Zusätzlichen Druck erzeugte jedoch eine leicht angehobene Ernteschätzung für Brasilien.
ZMP Live Expertenmeinung
Die internationalen Getreidemärkte bewegten sich zuletzt unter dem Einfluss starker Witterungseffekte und dynamischer Exportmeldungen. Der US-Winterweizen profitierte deutlich von kurzfristigen Frostsorgen, auch wenn deren langfristige Auswirkungen noch unklar sind. Gleichzeitig stützen stabile Exportzahlen die Preisniveaus. Beim Mais sorgt die rege Exporttätigkeit aus den USA für Unterstützung, wobei wetterbedingte Unsicherheiten in Argentinien fortbestehen. Dennoch wirken verbesserte Aussichten in Brasilien dämpfend. Für die kommende Woche dürfte der Kursverlauf stark davon abhängen, wie sich Wetterprognosen und neue Exportdaten weiterentwickeln.