Die Weizennotierungen an den US-Börsen haben in der vergangenen Woche mit durchweg fester Tendenz reagiert. Sowohl SRW als auch HRW legten deutlich zu, gestützt durch Hoffnung auf Fortschritte im US-chinesischen Zollkonflikt und stabile Exporterwartungen. Auch wenn das USDA aufgrund des anhaltenden Government Shutdowns keine aktuellen Exportzahlen liefern konnte, rechnete der Markt mit Volumina zwischen 350.000 und 600.000 Tonnen. Zuvor gemeldete Exporte in Höhe von 258.543 Tonnen lagen zwar unter dem Vorwochenniveau, wurden aber wegen des positiven Jahresvergleichs differenziert betrachtet. Auch die Aussaat des US-Winterweizens schreitet voran. Schätzungen zufolge waren bis vergangene Woche 84 Prozent der Flächen bestellt. In der Türkei sorgte eine nach unten korrigierte Ernteschätzung für zusätzlichen Auftrieb. An der Euronext hingegen kam es zur Wochenmitte zu leichten Verlusten, nachdem der Markt zu Wochenbeginn noch vom schwächeren Euro profitieren konnte.
Der Maismarkt zeigte sich ebenfalls fest. Besonders starke Nachfrage aus Südkorea und gute US-Verschiffungen sorgten für positive Impulse. Die brasilianische Versorgungsgesellschaft Anec senkte ihre Exportprognose leicht, was sich ebenfalls unterstützend auswirkte. Zwar lagen die offiziellen US-Daten wegen des Shutdowns nicht vor, doch Schätzungen für den Export von bis zu 2,1 Millionen Tonnen wurden am Markt optimistisch aufgenommen. Auch die tägliche Ethanolproduktion blieb trotz eines leichten Rückgangs auf hohem Niveau. In Europa verzeichneten die Maiskontrakte nach einem freundlichen Wochenstart einen leichten Rücksetzer zum Donnerstag, konnten aber insgesamt zulegen.
ZMP Live Expertenmeinung
Die freundliche Entwicklung bei Weizen und Mais spiegelt eine vorsichtige Marktzuversicht wider, auch wenn belastbare Fundamentaldaten teilweise fehlen. Die Aussicht auf positive Signale aus den Zollgesprächen mit China stützt den US-Weizen zusätzlich, während Exporthoffnungen trotz ausbleibender USDA-Daten intakt bleiben. Beim Mais wirken die sinkenden brasilianischen Exporterwartungen und die starke Nachfrage aus Asien unterstützend. Dennoch bleibt der Markt anfällig für wetterbedingte Volatilitäten und politische Störungen. Hoffnungen machen die ersten positiven Signale, die aus dem Treffen zwischen Xi und Trump laut wurden. Sollten sich die Aussagen nicht als heiße Luft entpuppen, so könnten die verbesserten Beziehungen die Nachfrage ankurbeln.