Eine weitere volatile Handelswoche neigt sich dem Ende entgegen, gleichzeitig ist dies auch der letzte Handelstag in diesem Monat. Die Weizen-Futures setzten am Donnerstag ihre Gewinnrally auf den drei US-Märkten fort. Die Chicago SRW-Futures stiegen in den vorderen Terminen um weitere 3 bis 4 Cent. Die Futures in Kansas legten mit Gewinnen von 7 bis 8 Cent in den Frontmonaten etwas deutlicher zu. In Minneapolis konnten die Kontrakte den Tag mit einem Plus von 5 bis 7 Cent beenden. Derweil machen sich Marktteilnehmer wieder Sorgen über die Wetterentwicklungen in vielen wichtigen Anbauregionen. Laut Meteorologen bleiben die Niederschlagsmengen in vielen Teilen der Plains für die nächste Woche begrenzt.
Am späten Donnerstagnachmittag erklärte Präsident Trump, dass er die Zölle in Höhe von 25 % auf Waren aus Mexiko und Kanada am Samstag einführen werde. Bisher wurden keine Vergeltungsmaßnahmen der beiden Länder offiziell bekannt gegeben. Im Jahr 2024 machten Weizenexporte nach Mexiko 16,56 % der Gesamtmenge aus. Zudem wurden auch die Exportverkaufsdaten gestern am frühen Vormittag veröffentlicht. Das USDA zeigte Verkäufe von 456.086 Tonnen an während der Woche vom 23. Januar. Das Ergebnis liegt damit weit über der Vorwoche und fällt knapp 41 % höher aus als in der gleichen Woche des Vorjahres. Die Marktteilnehmer zeigten sich positiv überrascht – das Ergebnis lag am oberen Ende der Spanne von 150.000 bis 500.000 Tonnen. Der größte Käufer war die Philippinen mit 86.200 Tonnen, gefolgt von unbekannten Käufern mit 85.300 Tonnen. Die Verkäufe für 25/26 lagen im Rahmen der Erwartungen mit 24.204 Tonnen, aufgeteilt zwischen Peru und El Salvador. Derweil zeigte sich Japan auch wieder aktiv und kaufte über Nacht 89.134 Tonnen Weizen aus den USA und Kanada, davon 29.070 Tonnen spezifisch aus den USA.
An der Euronext setzten sich mit der Unterstützung aus Übersee ebenfalls die grünen Vorzeichen durch. Für den März ging es um 2,00 Euro/Tonne auf 234,50 Euro/Tonne hoch.
Am Donnerstag stand der Frontmonat des US-Maismarktes aufgrund des bevorstehenden Monatsendes unter Verkaufsdruck. Auch die hinteren Futures fielen um 2 bis 7 Cent in der Sitzung. Auch beim Mais sorgte die Meldung von Trump über die Einführung von Zöllen auf mexikanische sowie kanadische Waren für Unruhe auf den Märkten. Am späten Donnerstagnachmittag kündigte Präsident Trump an, dass er am Samstag einen 25%-Tarif auf Mexiko und Kanada erheben werde. Aktuell stehen noch 7,93 Mio. Tonnen Mais in den Order-Büchern für Mexiko im aktuellen Vermarktungsjahr, trotz der Zölle haben die USA weiterhin einen Frachtvorteil gegenüber den meisten anderen Lieferanten. Zusätzlich wurden über 35 % der Ethanol-Exporte 2024 nach Kanada verschifft. Der Exportverkaufsbericht des USDA von heute Morgen zeigte insgesamt 1,359 Mio. Tonnen in der Woche bis zum 23. Januar, was im mittleren Bereich der Schätzungen lag. Dies war ein Rückgang von 18,2 % gegenüber der Vorwoche, aber immer noch ein Anstieg von 12,6 % gegenüber der gleichen Woche des Vorjahres. Japan war der größte Käufer mit 493.100 Tonnen, gefolgt von Mexiko mit 426.900 Tonnen. Weitere 45.800 Tonnen wurden für den Versand 2025/26 gemeldet, allesamt nach Japan.
Ebenso wie der Weizen an der Euronext profitierte auch Mais von den anziehenden Getreidemärkten und notierten marginale Gewinne.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Getreidemärkte finden derzeit nur schwer eine ganz klare Richtung. Volatile Bewegungen prägen weiterhin den Handel. Sorgen über die Wetterentwicklungen geben den Bullen zwar Rückenwind, jedoch hält Trump die Händler weiter in Atem. Auch in der kommenden Wochen dürfte sich hieran nur wenig ändern. Mögliche Vergeltungsmaßnahmen aus Mexiko und Kanada könnten jedoch noch für Unruhe sorgen.