Zu Wochenbeginn standen die Weizenmärkte weltweit unter dem Einfluss einer Entspannung im Nahen Osten, wodurch die zuvor aufgebauten Risikoaufschläge weiter abgebaut wurden. Gleichzeitig blieb der Konflikt im Schwarzen Meer das beherrschende Thema. Während die Märkte zunächst auf mögliche alternative ukrainische Handelsrouten reagierten, sorgten spätere Dementis für Verunsicherung. Im weiteren Wochenverlauf setzte sich die Einschätzung durch, dass die Einschränkungen im Schiffsverkehr länger anhalten könnten. Warnungen ukrainischer Branchenvertreter vor erheblichen Exportproblemen sowie Angriffe auf russische Exportinfrastruktur stützten insbesondere gegen Ende der Woche die Kurse. Beim US Weizen überraschte der Sommerweizen mit besseren Ertragsaussichten als erwartet, während solide Exportzahlen und später schwächere Exportverkäufe kaum nachhaltige Impulse lieferten. SRW Weizen zeigte im Wochenverlauf eine leichte Erholung, während HRW Weizen insgesamt schwächer tendierte. An der Euronext Paris überwogen dagegen fast die gesamte Woche Gewinnmitnahmen, ehe zum Wochenschluss eine Gegenbewegung einsetzte.
Der Maismarkt bewegte sich überwiegend im Spannungsfeld zwischen Wetter und Nachfrage. Nach einer Entspannung der Wetterprognosen im US Maisgürtel gerieten die Notierungen zunächst unter Druck. Zur Wochenmitte sorgte jedoch eine deutlich stärkere Verschlechterung der US Bestandsbewertungen als erwartet sowie ein privater Exportverkauf für Unterstützung. Gleichzeitig rückten die Ethanolproduktion auf Rekordniveau sowie Regenfälle in Brasilien in den Fokus. In Europa belasteten anhaltende Gewinnmitnahmen die Euronext Notierungen trotz der sich weiter verschlechternden französischen Bestände und neuer Hitzewarnungen für Teile Europas. Insgesamt überwogen beim Mais zum Wochenschluss erneut die Sorgen über günstige Wetterbedingungen in den USA und eine solide Exportversorgung.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Lage im Schwarzen Meer bleibt der wichtigste Unsicherheitsfaktor für den Weizenmarkt und dürfte auch in den kommenden Wochen für erhöhte Schwankungen sorgen. Gleichzeitig begrenzen die insgesamt ordentlichen Ernteerwartungen außerhalb der Konfliktregion größere Preissprünge. Beim Mais richtet sich der Blick weiterhin auf die Wetterentwicklung in den USA während der entscheidenden Ertragsphase. Sollten die Niederschläge wie erwartet eintreten, könnte dies den Aufwärtsdruck begrenzen. Neue Störungen im Exportgeschäft oder weitere Wetterrisiken würden dagegen das Potenzial für eine Erholung erhöhen. Insgesamt dürfte die Volatilität hoch bleiben.