02.
08.13
Nach Preisrutsch jetzt Bodenbildung?

Getreide Cockpit, 02.08.2013

Bullish
  • Noch unsicherer Ernteausgang bei US-Mais durch Gefahr von Frühfrösten
  • Regionale Erntekorrekturen in China, Russland, Brasilien, Argentinien noch offen
  • Ernten auf der Südhalbkugel mit hoher Risikoprämie
  • Steigendes Nachverhalten China's
  • hohe Rohölkurse
Bearish
  • überwiegend günstige Wachstumsbedingungen in den USA
  • steigendes Exportangebot aus den Schwarzmeerländern im Vergleich zum Vorjahr
  • überdurchschnittliche Reisernte
  • steigende Endbestände, besonders in den Exportländern
  • Schwache Nachfrage aus dem Nordafrikanischen Raum (u.a. Ägypten)

Internationaler Getreiderat (IGC): Weltgetreideschätzung vom 1. Aug. 2013

In seiner jüngsten Schätzung der Weltgetreideernte 2013/14 geht der IGC  von einer Steigerung um 8 % aus, wobei die Maisernte um 10 % und die Weizenernte um 4 % zunehmen soll. Auf der Verbrauchsseite wird nur ein Wachstum von 3,6 % veranschlagt. Daraus errechnet sich eine Bestandsaufstockung in Höhe von 33 Mio. t gegenüber dem Vorjahr. Die Berechnung der Kennziffer stock to use ratio  ergibt 19,18 % im Vergleich zu Vorjahr von rd. 18 %.

Der Weizenmarkt wird nur knapp versorgt eingestuft. Einer geschätzten Produktionsmenge von 687 Mio. t steht ein Verbrauch von 686 Mio. t gegenüber. Für eine Verbesserung der Überhangbestände bleibt wenig übrig, aber das Verhältnis zwischen Endbestand und Verbrauch wird enger als im Vorjahr und bleibt unter dem mehrjährigen Sollwert für Weizen von über 26 %. Die IGC-Weizenschätzung bleibt in absoluten Werten um 10 Mio. t niedriger als die letzte Juli-Schätzung des USDA, eine Differenz, die auf erhebungsmethodische Unterschiede zurückzuführen ist.

Die Maisernte soll um 83 Mio. t zunehmen, der Maisverbrauch jedoch nur um 46 Mio. t. Damit bleibt ein beachtlicher Betrag übrig, um die stark abgeschmolzenen Reservebestände wieder aufzufüllen. Die % Endbestände beim Mais errechnen sich wieder auf beachtliche Höhen von 16,2 %. Im katastrophalen Vorjahr lag der Wert bei 13,8 % und im Vorvorjahr knapp unter 15%.

Die Börsenkurse hatten diese Zahlen bereits eingepreist. Dementsprechend waren die Maiskurse bereits vor 1 Woche stark zurückgesetzt worden, während die  Preisrückgänge beim Weizen moderat ausfielen. In der aktuellen Marktphase kommt es zu einer vorläufigen Stabilisierung der Kurse auf niedrigem Niveau. Ob es sich bereits um eine Bodenbildung handelt, hängt vom restlichen Ernteverlauf bis in den Dezember auf der Südhalbkugel ab. Die Pariser Börsenkurse für Weizen bestätigen eine erste Aufwärtsbewegung.

Nach Preisrutsch jetzt Bodenbildung?
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ZMP Live Expertenmeinung

Die jüngste IGC-Schätzung untermauert den bisherigen Preisverlauf. Moderate Weizenkursrückgänge werden durch die relativ knappe Versorgungslage 2013/14 untermauert. Die stark zurückgesetzten Maispreise spiegeln jetzt nur noch die kommende Versorgungslage wieder. Die Probleme mit der Anschlussversorgung spielen in den Börsenkursen so gut wie keine Rolle mehr. Insgesamt steht die Preisentwicklung unter aktuellen Erntedruck, der je nach Witterungsentwicklung ver- oder entschärft werden kann. Insgesamt sind die Versorgungsaussichten 2013/14 günstiger als im Vorjahr, liegen aber immer noch unter den langjährigen Durchschnittswerten. Spätere Preiserholungen sind nicht auszuschließen.

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