03.
01.14
Internationale Weizenpreise fallen

Getreide Cockpit, 03.01.2014

Bullish
  • Trotz durchschnittlicher Versorgungslage bestehen noch Risiken im weiteren Verlauf
  • Das Auswinterungsrisiko für die neue Ernte 2014 ist noch nicht gebannt
  • Es besteht zurzeit eine durchaus rege Importaktivität vieler kleiner Länder
  • Russischen Meldungen zufolge sollen Russland Frühjahrsexporte klein ausfallen
Bearish
  • Die aktuelle Versorgungslage auf Weltebene wird als gut durchschnittlich eingeschätzt.
  • Auf der Angebotsseite sind noch einige kleine Verbesserungen möglich
  • Auf der Verbrauchsseite werden noch Korrekturen nach unten erwartet.
  • Die Aussichten auf die neue Ernte 2014 liefert zurzeit keinen Anlaß verstärkter Bevorratung
  • Die Rohölkurse sind seit Jahresbeginn deutlich gefallen.

Bearische Stimmung am Weizenmarkt zu Beginn des neuen Jahres

Weizenpreise haben zu Beginn des neuen Jahres 2014 ihren Kursrückgang verschärft fortgesetzt. Insbesondere die Pariser Kurse haben offensichtlich noch Nachholbedarf gegenüber den Chicagoer Notierungen gehabt; entsprechend heftig ist der Kursverlust in den letzten Tagen verlaufen.

Die Vorgaben kommen wie fast immer von den US-Börsen. Es summieren sich eine Reihe von guten Gründen, das Weizenpreisniveau nach unten anzupassen.

(1)  Die noch in den letzten Monaten 2013 zugrunde liegende Einschätzung einer nur knapp durchschnittlichen Versorgungslage auf dem globalen Weizenmarkt hat sich nach den überraschenden Höherschätzungen in Kanada und der gut durchschnittlichen Ernte in Australien deutlich gewandelt. Auch die strittigen Diskussionen um die angebliche oder tatsächlich schwache Weizenernte in Argentinien findet kaum noch  Beachtung.

(2)  Die Lieferungen aus dem Schwarzmeergebiet werden nach den jüngsten Preisrückgängen dort deutlich günstiger beurteilt. Den Schwerpunkt bildet dabei die Ukraine, während Russland zurücksteckt.

(3)  Der stetige und immer noch anhaltende Rückgang der US-Weizenkurse hat  die USA-Exporte wieder in die Wettbewerbszone gebracht, so dass der vom Export getriebene Höhenflug der europäischen Notierungen gestoppt wurde.

(4)  Aktuelle Meldungen eines guten chinesischen Weizenbestandes, nur in geringen Umfang zu erwartende Auswinterungsschäden in den USA, vergrößerte Anbauflächen in Indien und ein fast schon „zu guter“  Wintersaatenbestand in Europa haben dazu beigetragen , das Restrisiko der Versorgung im laufenden Jahr 2014 niedriger anzusiedeln.

Andererseits sind Befürchtungen nicht von der Hand zu weisen, die auf die bisher milden Temperaturen in Europa bis nach Russland hinein hinweisen. Unsicher ist, ob und inwieweit dadurch die Winterhärte der Pflanzen gelitten hat. Ein nicht auszuschließender Wintereinbruch in den Monaten Januar und Februar 2014 könnte zu starken Schäden führen.

Dieser Risikoeinschätzung wird entgegen gehalten, dass die Pflanzen bislang kaum Wachstum gezeigt haben, d. h. die Pflanzenzellen sind nicht voll mit Wasser gefüllt, sondern zeigen eine typische Winterruhe mit schlaffen Blättern.

Ergänzend wird argumentiert, dass möglicherweise eine vorausgehende ausreichend hohe  Schneedecke verhindern kann, dass Auswinterungsschäden in großem Umfange auftreten.

Kritisch könnte nochmal die Wechselfrostphase mit warmen Tagestemperaturen und kalten Nächten im Übergang zum Frühjahr werden. Die Quellungs-/Schrumpfungsprozesse des Bodens führen zum oberflächennahen Abreißen der Wurzeln, die selten regenerationsfähig sind.  

Auf der Nachfrageseite besteht eine rege Einfuhrtätigkeit von vielen kleinen Importländern, so dass ein weiterer drastischer Preisverfall nicht so rasch zu erwarten steht. Die Beurteilung eines guten chinesischen Wintersaatenstandes lässt vermuten, dass die diesjährigen Einkäufe zur Erhöhung der chinesischen Vorräte weniger intensiv ausfallen.  Der sich verdoppelnde Importbedarf Chinas ist ein wesentlicher Antriebsmotor in diesem Jahre gewesen.

Internationale Weizenpreise fallen
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ZMP Live Expertenmeinung

Während sich die Maispreise auf sehr niedrigen Niveau stabilisieren, haben sich die in den Herbstmonaten 2013 in einer großen Spannbreite nach oben abgesetzten Weizenpreise eine Talfahrt durchlaufen. In den USA verlief die Entwicklung stetig, während in Europa aufgrund der starken Exportnachfrage starker Widerstand geleistet wurde. Zum Jahresbeginn scheint sich der internationale Preisdruck aufgrund der im Beitrag einzeln aufgeführten Gründe  auch hierzulande durchzusetzen.  Die Bandbreite der Kursschwankungen wird sich in begrenzten Bahnen bewegen. Für Lagerhalter bestehen nach aktuellem Kenntnisstand geringe Aussichten auf kostendeckende Preissteigerungen.

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