03.
10.13
FAO-Getreideschätzung: Kürzungen bei den Bilanzdaten - dennoch "moderate" Versorgungslage

Getreide Cockpit, 03.10.2013

Bullish
  • Noch unsichere Schadenshöhen ausstehender Ernten auf Südhalbkugel
  • Exportprobleme im Schwarzmeergebiet
  • China's Importverhalten
  • Knappere Weizenernte in Kanada
  • Noch Risiken bei den restlichen Maisernten
  • knappe Weizenversorgung
Bearish
  • gut durchschnittliche Gesamtversorgung
  • Überdurchschnittliche Futtergetreideversorgung
  • hohe Erwartungen an US-Maisernte

Jüngste Getreideschätzungen

USDA

IGC

FAO

11.   Aug. 2013

12.   Sept. 2013

30.   Aug. 2013

26.   Sept. 2013

05.   Sept. 2013

03.   Okt-2013

Getreide-Produktion

1.951

1.954,4

1.929

1.930

1.995

1.993

Getreide-verbrauch

1.922

1.919,4

1.893

1.893

1.922

1.927

Endbestand (EB) Mio. t

355

359,7

365

367

381

376

EB in % Verbr.

18,45 %

18,7 %

19,3 %

19,4 %

19,8 %

19,5 %

Weizen-Produktion

705,4

708,9

691

693

710

705

Weizen-verbrauch

706,8

706,5

688

687

691

695

Endbestand (EB) Mio. t

173

176,3

176

180

163

163

EB in % Verbr.

24,5 %

24,9 %

25,6 %

26,2 %

24,0 %

23,1 %

Mais-Produktion

957

956,7

945

943

Mais -verbrauch

930

928

917

917

Endbestand (EB) Mio. t

150

151

150

148

EB in % Verbr.

16,1 %

16,3 %

16,36 %

16,1 %

FAO-Getreideschätzung vom 03.Okt 2013 – Kräftige Kürzungen beim Weizen

In ihrer jüngsten monatlichen Schätzung des Weltgetreidemarktes hat die Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ihre im August veröffentlichten Zahlen in Teilen deutlich korrigiert. Im Ergebnis nähert man sich den Sept-Schätzungen des USDA an. Zwischen IGC und FAO bleiben aber immer noch große Differenzen.

Im entscheidenden Ergebnis der Versorgungskennziffer Endbestand in % zum Verbrauch liegen jedoch die Zahlen des internationalen Getreiderates (IGC) und der FAO dicht beieinander. Die Beurteilungen dieser beiden Institutitonen lauten daher, dass die Weltgetreideversorgung nur knapp unter dem langjährigen Durchschnitt vergleichsweise gut ausfällt.

Dagegen weist die letzte Sept-Schätzung des USDA trotz ähnlich hoher Ernte- und Verbrauchschätzungen eine um 1 %-Punkt deutlich niedrigere Versorgungskennziffer von 18,5 % aus. Insbesondere die Endbestände sind beachtlich kleiner. Angesichts der zu erwartenden Korrekturen der kommenden Okt-13-Schätzung des USDA wird man gespannt sein, wie eine Reihe von anstehenden Kürzungen bei den Ernteschätzungen auf der Verbrauchsseite abgefangen werden.

Kürzungen sind nach den jüngsten FAO-Schätzungen dringend beim Weizen angebracht. Die durch Frost und Trockenheit in Argentinien, Brasilien und Australien geschädigten Bestände sind deutlich niedriger anzusetzen. Allerdings stehen die Ernten erst im Nov/Dez 2013 an. Es bleibt noch ein beachtliches Ernterisiko. Auch die kanadische Weizenernte, speziell in Saskatchewan, steht unter Verdacht, Schaden durch fehlende Niederschläge genommen zu haben.

Auf der anderen Seite haben anhaltend hohe Regenfälle in Teilen Russlands und der Ukraine die Weizenernte verzögert und qualitativ stark geschädigt. Die niedrigsten Weizenqualitäten der Kategorie 4 und 5 sind in Russland mengenmäßig stark angestiegen, aber nur noch für den Futtertrog zu gebrauchen. Die ohnehin schon im Rückstand geratenen Weizenexporte des Schwarzmeergebietes werden im Durchschnitt des Jahres 2013/14 deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben. Die gleichen Regenfälle haben die Aussaat von Wintergetreide zur Ernte 2014 in Russland und Ukraine erheblich geschmälert. Man schätzt rd. ein Viertel der geplanten Anbauflächen werden erst im Frühjahr mit weniger ertragstarken Sommerungen bestellt werden können. Reduzierungen der laufenden Exporte zur Ausgleichssicherung sind bereits in der Diskussion.  

Auf der Verbrauchsseite macht die Verdoppelung der chinesischen Getreideimporte auf knapp 18 Mio. t (vor 5 Jahren waren es kaum 3 Mio. t) von sich reden. Die Zahlen sind zwar allenthalben bekannt, allerdings ist noch wenig überzeugend dargestellt worden, woher die zusätzlichen Mengen kommen sollen. Die Chinesen sind allerdings sehr rege und konzentrieren sich nicht nur auf die USA, sondern streuen ihre Importnachfrage auf mehrere kleine Exportgebiete sowie auch auf weniger bekannte Arten wie Sorghum u.ä.

FAO-Getreideschätzung: Kürzungen bei den Bilanzdaten - dennoch "moderate" Versorgungslage
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ZMP Live Expertenmeinung

Die FAO-Schätzungen unterscheiden sich zwar in den Einzeldaten, aber es besteht ein hohe Übereinstimmung mit dem IGC bezüglich einer weltweit gut durchschnittlich eingestuften Versorgungslage. Die schon etwas betagte USDA-Getreideschätzung fällt weniger komfortabel aus, aber die noch ausstehenden Abwärtskorrekturen der kommenden Okt-13-Schätzung könnte zu einer Verschärfung der knappen Versorgungslage führen. Es sind aber noch Korrekturen auf der Verbrauchsseite zu erwarten. Es ist erst wenig belastbares Fundament in der Einschätzung der Weltgetreidernte bezüglich weiter steigender oder fallender Preise vorhanden. Die Preisspreizung zwischen Weizen und Mais steht schon jetzt in einer Zerreißprobe. Wer gewinnt letztlich die Oberhand?

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