04.
04.14
Weizenpreise in der Korrekturphase

Getreide Cockpit, 04.04.2014

Bullish
  • Schwächer Weizen 2014 als im Vorjahr erwartet
  • US-Weizenbestände werden schwach beurteilt
  • Nachfrage bleibt moderat
Bearish
  • Ende der Kältewelle und zunehmende Regenfälle in den USA verbessern die Aussichten
  • ausreichende Überhangbestände weltweit

Weizenpreisrallye schon wieder vorüber – Mais zieht etwas nach

Die seit Febr. 2014 steigenden Weizenkurse zeigen nach einem kurzen Zwischensprint anlässlich der US-Inventur zum Stichtag 1. März jetzt wieder eindeutig Abwärtsbewegungen, allerdings schon wieder mit einem Stopp. Im Falle der Maiskurse sind vorerst nur geringe Richtungsänderungen erkennbar.

Der entscheidende Beweggrund für die rückläufige Weizennotierung an den Börsen geht von der sich bessernden Wetterentwicklung in den bedeutenden Regionen der  Great Plains in den USA aus.  Die seit Jahren größte Kältewelle in den USA zieht sich zurück.  Zunehmende Regenfälle in den nördlichen US-Weizenanbaugebieten begünstigen die Vegetationsentwicklung. Die Aussichten sind dadurch nicht mehr ganz so getrübt, wie das noch in den vergangenen Wochen ausgesehen hat.

Die US-Agrarmeteorologen prognostizieren eine günstige Frühsommerentwicklung, auch wenn die Frühjahrsentwicklung sich verzögert habe. Man geht von ausreichenden Niederschlagsmengen in Form von Schnee und Regen aus, ohne das mit Überschwemmungen gerechnet werden muss. Für die kommenden Wassermengen  seien die Böden ausreichend aufnahmefähig.

Das Wetterphänomen El Nino wird kommen, aber sich erst in der 2. Jahreshälfte deutlicher bemerkbar machen. Für die USA geht man von einem kühlerem Sommerwetter und ausreichenden  Niederschlägen aus.

Die Ernteschätzungen der  US-Agrarmeteorologen gehen mit Hinweis auf 15 Jahre langen Erfahrungen mit ähnlichen Wetterkonstellationen von noch höheren US-Ernteergebnissen aus, als führende Marktexperten voraussagen.

Andererseits bestehen in den südlichen Teilregionen des US-Weizenanbaugebietes ernstzunehmende Probleme mit den Wintersaatenbeständen  Die Einstufung der „good to excellent“ Kategorie liegt nur noch bei knapp 30 %, in einigen Gebieten (u.a. Texas) sogar darunter.

Im Maissegment bremst zurzeit die schwächer einzustufende brasilianische Ernte einen möglichen weiteren Kursrückgang. Die Erstfruchternte wird mit rd. 30 Mio. t veranschlagt und die Zweitfruchternte Mais nach Soja auf etwas über 40 Mio. t. geschätzt. Letztere leidet unter Wassermangel.

Im Gegensatz zur Preisentwicklung im Herbst 2013 entwickeln die Kursvorgaben aus Chicago zurzeit einen starken Anpassungsdruck auf die Weizenkurse in Paris. Die Notierungsdifferenz gleicht die Transportkostenunterschiede zu den Einfuhrstaaten recht gut aus, so dass im Wettbewerb um die Nachfrage schon kleine Differenzen ausreichen, um den Zuschlag bei der Auftragserteilung zu erhalten oder nicht.

Für die kommende Weizenernte wird von führenden Instituten (u.a.: IGC, FAO) eine weltweit kleinere Produktionsmenge um die 700 Mio. t vorausgesagt. Mehrere Schätzungen für die kommende EU-Getreideversorgung  gehen von geringen Überhangsbeständen aufgrund der starken Exportaktivitäten im ablaufenden Jahr und einer geringeren Ernte 2014 infolge nicht ganz so günstiger Hektarerträge wie im Vorjahr aus.

Der scharfe Rückgang der Weizenkurse wird aus heutiger Sicht eher als Korrektur einer bisher übertrieben risikoreich eingeschätzten Marktlage zu verstehen sein. Ein massiver Preisverfall ist angesichts der verbleibenden Ernterisiken und Aussichten auf die Versorgungslage nicht zu erwarten.

Weizenpreise in der Korrekturphase
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ZMP Live Expertenmeinung

Der aktuelle Kursrückgang beim Weizen wird als notwendige Korrektur der bisher zu risikoreich eingestuften Versorgungslagen beurteilt. Wetterbesserungen in den USA  und günstige Aussichten verringern die Einschätzung knapper Versorgungslagen auf absehbare Zukunft. Auf mittlere Sicht wird angesichts der kommenden Ernten eher mit einem hohem Niveau gerechnet, für einen massiven Preisverfall gibt es zurzeit keine überzeugenden Begründungen.

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