05.
06.14
Neue EU-Ernteschätzung der EU-Kommission

Getreide Cockpit, 05.06.2014

Bullish
  • Noch ausstehende Ernterisiken
  • hohe Erwartungen an den EU-Export
Bearish
  • Frühe und überdurchschnittlich gute Ernte
  • günstige Versorgungslage
  • Aufbau von Endbeständen.

EU-Kommission: erneut hohe Ernteschätzung vorgelegt

In der ersten Juni –Woche 2014  hat die EU-Kommission eine neue Ernteschätzung für die EU-28 in der Höhe von 301,7 Mio. t (Vorjahr 300,9 Mio. t.) vorgelegt. Unter Berücksichtigung der hohen Anfangsbestände steht ein Gesamtangebot von rd. 347 Mio. t für das Getreidewirtschaftsjahr 2014/15 zur Verfügung.

 Die Weizenernte wird um 3 Mio. t höher auf rd. 145 Mio. t geschätzt. Futtergetreide soll um 2 Mio. t geringer ausfallen, im Wesentlichen durch eine schwächere Maisernte bedingt. Auch die Gerstenernten in der EU fallen nicht üppig aus.

Auf der Verbrauchsseite stehen 308,7 Mio. t im Jahre 2014/15, rd. 5 Mio. t weniger als im Vorjahr. Der Inlandsverbrauch wird auf 276,5 Mio.t um 2,5 Mio. t höher eingestuft. Dafür schätzt man den Export auf nur 32 Mio. t gegenüber 39 Mio. t im ablaufenden Jahr, eine Schätzung, die möglicherweise noch der späteren Korrektur bedarf.

Der Verbrauch für die unmittelbare menschliche Ernährung und für industrielle Zwecke ändert sich nur unwesentlich. Aber es wird ein höherer Futterverbrauch im Inland aufgrund geringer Importe veranschlagt. Die Einfuhren sollen um 7 Mio. t abnehmen.

Die Bilanzierung der Versorgung 2014/15 ergibt einen steigenden Endbestand von 33 auf 38 Mio. t. Damit ist ein ausreichender Vorrat angelegt, der im Falle noch bestehender Ernterisiken als Pufferreserve zur Verfügung steht.

Für die EU-28 wird damit im 2. Jahr in Folge eine überdurchschnittlich gute Versorgungslage vorausgesagt. Das bedeutet zunächst Preisdruck, der bereits jetzt zu spüren ist. Die diesjährige Ernte kommt früh und fällt hoch aus. Das sorgt vorerst für Erntedruck.

Allerdings werden die Getreidepreise nicht allein in der EU gemacht, sondern auf Weltebene entschieden. Die EU wird 2014/15 zwar zum ersten Mal weltgrößter Exporteur von Weizen werden, weil die Konkurrenten USA und das Schwarzmeergebiet mit schwächeren Ernten aufwarten werden. Die Wettbewerbsvorteile sind aber nur solange gewährleistet wie die Exportpreise gegenüber der Konkurrenz von Vorteil sind. Dabei kann die EU mit ihren guten Weizenqualitäten trumpfen. Die USA sind zu teuer und zu weit weg von den Hauptimportländern an der nordafrikanischen Mittelmeerküste. Die Schwarzmeerregion bietet zwar billiges Getreide an, aber von geringer Qualität. Außerdem sind die politischen und finanziellen Verhältnisse wenig geeignet, verlässliche Handelsgeschäfte zu tätigen. Da wird es seitens der Importländer Zurückhaltungen und Absicherungspraktiken geben. Insofern hat die EU-28 eine günstige Wettbewerbsposition im Verlaufe des Jahres 2014/15.

Neue EU-Ernteschätzung der EU-Kommission
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ZMP Live Expertenmeinung

Die Ernteschätzung der Kommission steht weitgehend in Übereinstimmung mit anderen Institutionen. Ein 2. gute Ernte in Folge erlaubt einen spürbaren Bestandsaufbau, der verläßliche Reservepolster für noch bestehende Ernterisiken liefert.

Die aktuellen Preise stehen unter Druck, je näher der frühe Erntetermin herankommt. Allerdings erfolgt die Preisbildung nicht allein auf europäischer Ebene. Weltweit spielen noch eine Reihe von Faktoren mit, deren Entwicklung heute nur begrenzt bis garnicht kalkulierbar ist. Das Wetterphänomen El Nino kann im 2. Halbjahr 2014 noch einige Prognosen ins Wanken bringen.

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