05.
09.13
Hohe Ernte, dennoch keine reichliche Versorgung

Getreide Cockpit, 05.09.2013

Bullish
  • Geringe Anfangs- bzw Vorratsbestände
  • Abnehmend hohe Ernteerwartungen
  • Noch offene Ernterisiken in den USA und bedeutenden Exportländern auf der Südhalbkugel
  • stärker als erwartete Importnachfrage aus China
  • Unsicher: was macht der Rohölpreis (=> Maispreis) angesichts der Syrienkrise
  • Unsicher: Was macht der Eurokurs nach der Bundestagswahl
Bearish
  • Deutlich bessere Ernte als im Vorjahr
  • die Versorgung gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert
  • die vorausberechenbaren Endbestände steigen - auch in den Exportländern
  • der Nachfrageanstieg im Futter- und Industriebereiche (Mais f Bioethanol) bleibt vergleichsweise moderat

 Schätzergebnisse der Weltgetreideversorgung 2013/14 (ohne Reis)

In Mio. t

FAO vom

05.   Sept.2013

IGC vom

30.   Aug.2013

USDA vom

12.   Aug.2013

Produktion 1.995     + 173 1.929       +143 1. 945      +164
Verbrauch 1.922     +   63 1.893       +  71 1.917       +  99
Überhang    388     +   59    365       +    40    355       + 28
 ... in % Verbrauch 20,2       +   2,5 19,3         + 1,3 18,5         + 0,55

Vorjahresergebnisse 2012/13

In Mio. t

FAO

IGC

USDA

Produktion

1.822

1.786

1.781

Verbrauch

1.858

1.822

1.820

Überhang

329

328

326

. .. in % Verbrauch

17,8

18,0

17,9

Vorübergehende Kursturbulenzen in 1. Sept-2013-Woche  -  Vergleich unterschiedlicher Schätzergebnisse 2013/14 zur Zukunftsorientierung

Die zurückliegende erste Septemberwoche hat für erhebliche Turbulenzen an den Börsen gesorgt. Trotz oder wegen (?) des verlängerten Wochenendes in den USA wurden Wettermeldungen über ausgebliebene Niederschläge im Mais- und Sojagürtel der USA ernsthaft zum Anlass genommen, die Kurse an den Börsen hochzupuschen. Das geschah mit Erfolg im Sojakomplex und abgeschwächt auch im Maisbereich. Die Weizenkurse ließen sich weniger stark beeindrucken.

Am Dienstag wurde der neue Wochenbericht zum US-Saatenbestand veröffentlicht. Dabei wurden Soja und Mais nochmals abgewertet. Soja liegt jetzt deutlich unter dem 10-jährigen Mittelwert und Mais genau auf dem 10-Jahresmittel der Bestandsbeurteilungen.

Wer jedoch geglaubt hatte, beim Einsetzen des vollen Börsenbetriebes am Dienstag würde sich die Kursentwicklung fortsetzen, sah sich stark enttäuscht. Im Gegenteil ein beachtlicher Teil des Preisauftriebs wurde bereits wieder zurückgenommen.

Die Gründe bestehen im Wesentlichen auf eine Rückbesinnung auf die Verhältnisse des Vorjahres, die um ein Mehrfaches dramatischer ausgefallen sind als die diesjährigen Witterungs- und Ertragsbedingungen. Die Ernteergebnisse werden zwar schlechter als die hohen Rekorderwartungen versprachen, aber die jüngsten Einschätzungen liegen weit von den katastrophalen Zahlen des Vorjahres entfernt. Die jüngeren Kursentwicklungen auf moderatem Niveau spiegeln diese korrigierte Einschätzung wider.

Die Schätzungen zur Weltgetreideernte 2013/14 häufen sich. Ein Vergleich der unterschiedlichen Ergebnisse hat daher einen gewissen Reiz. Jedoch gilt es eine Grundsatzregel zu beachten. Da jede Schätzungsinstitution unterschiedliche Erhebungs- und Auswertungsmethoden anwendet, kommt es naturgemäß zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Sinnvoller ist daher ein Vergleich der Voraussagen der Veränderungen zum Vorjahr, wobei die Institutionen im Regelfall die gleiche Methodik anwenden. Der Methodeneffekt wirkt sich dabei weniger stark aus.

Bei diesem Vergleich fällt zunächst auf, dass die FAO wird ihren Daten regelmäßig deutlich über denen der Mitbewerber liegen. Ein Grund besteht darin, dass Erhebungen in den Entwicklungsländern breiter angelegt sind als bei den übrigen Schätzern.

Andererseits fallen die abschließenden Beurteilungen zur Versorgungslage des Vorjahres 2012/13 vergleichsweise gleich aus, während sie für das zu schätzende Jahr doch stark divergieren.

Das Datenmaterial des IGC und des USDA weichen vergleichsweise  weniger stark voneinander ab.

Im Endergebnis kommen jedoch alle Schätzer zu dem Urteil, dass die Ernte 2013/14 zwar größer ausfällt, aber die Versorgungslage – gemessen am stock to use ratio – nur als knapp durchschnittlich angesehen werden kann.

Aus dieser Beurteilung heraus ist die Preisbildung ebenfalls als nur auf dem Durchschnittsniveau der letzten 5 bis 6 Jahre anzusiedeln, dass etwa mit Weizenkursen an der Pariser Börse in der Größenordnung zwischen 180 bis 200 € je t eingegrenzt werden kann. Allerdings bestehen durchaus noch Ernterisiken in den USA und auf der Südhalbkugel, deren Ernten erst zum Jahreswechsel relevant werden. In Argentinien und Australien sind in der aktuellen Wachstumsphase Frost- bzw. Trockenschäden aufgetreten, deren Ausmaß auf das Ernteergebnis noch offen bleibt.

Hohe Ernte, dennoch keine reichliche Versorgung
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ZMP Live Expertenmeinung

Ein deutliche Verbesserung der Versorgungslage im Wirtschaftsjahr 2013/14 im Vergleich zum katatsophalen Vorjahr hat zu einem knapp unterdurchschnittlichen Getreidepreisniveau geführt. Allerdings sind noch einige Ernterisiken der USA-Maisernte und den Anschlussernten auf der Südhalbkugel offen. Bei nicht zu reichlicher Versorgung führen weiterer Erntbeeinträchtigungen zu weiteren Kursbewegungen, die an der Börse mit besonderer Sensibilität stattfinden. Für extrem hohe wie extrem niedrige Preise lasse sich aus der gegenwärtigen Marktlage keine Begründungen heranziehen.  Dennoch sind Überraschungen aufgrund der stark begrenzten Vorhersehbarkeit der Wetterentwicklungen nicht auszuschließen.

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