07.
02.14
Agrarkurse erleben Aufschwung - Weizen hat endlich festen Boden gefunden - Dauerhaft?

Getreide Cockpit, 07.02.2014

Bullish
  • greifbare Ware für den vorderen Bedarf ist knapp
  • Auswinterungsschäden ist nicht bekannter Höhe
  • China hält an Kaufoptionen fest
  • Witterungsbedingte Unsicherheiten über den Ernteausgang in Südamerika
Bearish
  • Fundamental durchschnittliche Versorgungslage
  • vorübergehende Transportprobleme
  • abschmelzende Risikoprämien

Widrige Wetterbedingungen und logistische Probleme treiben die Kurse

Die Börsennotierungen für Getreide und Ölsaaten zeigen eine ungewöhnliche Aufwärtsentwicklung. Dabei sind weniger Änderungen in der Versorgungslage aus der abgelaufenen Ernte maßgeblich als vielmehr Wetterentwicklungen und damit verbundene Logistikprobleme. Selbst der monatelange Sinkflug der US-Weizenpreise ist durch eine kräftige Wiedererholung der Kurse zum Stehen gekommen.

Beginnend in Kanada bereitet die Vermarktung der Riesenernte (+ 38 %) durch Frosttemperaturen bis -25 Grad, Eisenbahnerstreiks und zu geringe Transportkapazitäten erhebliche Probleme. Die in den Silos steckenden Mengen finden nicht den Weg zum Verbraucher, so dass Engpässe entstehen.

In den nördlichen Teilen der USA ver- und behindert eine zweite große Kältewelle den Abtransport auf vereisten  bzw. schneeverwehten Landstraßen. Die knapp zur Verfügung stehende Ware treibt die Kassa- und Börsenkurse in die Höhe. Darüber hinaus wird in den südlichen Weizenanbaugebieten bei zu geringer Schneedecke mit größeren Auswinterungsschäden gerechnet. Die Bestandsbonituren sind von über 55 auf weniger als 35 % "good to excellent" gefallen

Auswinterungsschäden sollen auch in den südöstlichen Regionen der Ukraine bei Minustemperaturen von -15 Grad  bei schwacher bis fehlender Schneedecke aufgetreten sein.

China hat die eigentlich erwarteten Stornierungen von US-Mais und US-Soja bis heute nicht nennenswert umgesetzt, so dass auch in diesem Bereich die frei verfügbare Ware aktuell begrenzt ist. Gleichzeitig sind chinesische Einkäufer in Südamerika unterwegs, um Vorkontrakte abzuschließen. Dabei betreiben die argentinischen Sojafarmer nach wie vor die Strategie der Inflationsvermeidung durch Verkaufszurückhaltung im Soja- und Maiskomplex.

Die mit besonderer Aufmerksamkeit beobachteten südamerikanischen Soja- und Maisernten sollen regional unterschiedlich einerseits von Trockenheit, andererseits durch Dauerregen beeinträchtigt sein. Dennoch bleiben die Ernteschätzungen auf Rekordkurs, aber mit zunehmendem Risikopotenzial, das die Kurse mindestens stabilisiert bzw. auch vorübergehend nach oben treibt.  

Die Kursreaktionen in Paris verlaufen wesentlich gedämpfter als in Chicago. Wetterbedingte Betroffenkeit ist für den Europäischen Raum sehr viel niedriger anzusiedeln als in den USA. Außerdem entwickelt  die EU-Exportaktivität eine dämpfende Wirkung.

Agrarkurse erleben Aufschwung - Weizen hat endlich festen Boden gefunden - Dauerhaft?
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ZMP Live Expertenmeinung

Die aktuelle Marktlage befindet sich in der Umorientierungsphase der Beurteilung der alten zur neuen Ernte. Die  Witterungsbedingungen verursachen neben den Auswinterungsschäden logistische Probleme bei der vorderen Bedarfsdeckung. Das Optionsverhalten der Chinesen bewirkt eine zunehmende Verunsicherung, die die Risikoprämien in den Kursen erhöhen. Es wird noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, bevor wieder mehr Klarheit herrscht.

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