07.
03.14
Getreidekurse im Auftrieb der Ukraine-Spannungen

Getreide Cockpit, 07.03.2014

Bullish
  • politische und finanzielle Krise der Ukraine verunsichern
  • Beruhigende Versorgungslage in Frage gestellt
  • Ukrainische Ernte 2014 von Auswinterung und Trockenheit gefährdet.
  • Spekulative Elemente
Bearish
  • keine aktuellen Engpässe vorerst greifbar

US-Maiskurse stürmen auf 5 $ je bu  - Weizenkurse legen Verschnaufpause ein - Wochenendstimmung und der USDA-Bericht am Montag beruhigen

Die politischen und finanziellen Probleme der Ukraine wirken sich stärker auf den Getreidehandel aus, als man ursprünglich vermuten durfte. Treibender Faktor ist die große Verunsicherung über die weiteren Exportaktivitäten aus dem Schwarzmeergebiet. Dabei sollen nach Angaben des Ukrainischen Landwirtschaftsministeriums die aktuellen Umschlagaktivitäten bisher überhaupt nicht behindert worden sein. Lediglich die Straßentransporte auf der Krim würden Verzögerungen aufweisen.

Auf der Farmerseite wird allerdings aus Angst vor der fast bei 20 % liegenden Inflationsrate der ukrainischen Währung die Ware zwecks Wertsicherung zurückbehalten, wobei die aktuell steigenden Getreidekurse diese Verhaltensweise bestätigt. Akuter Finanzbedarf für den Einkauf der aktuell notwendigen und teurer gewordenen Betriebsmittel wie Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz sowie Treibstoffe könnte die Verkaufszurückhaltung jedoch auflockern.

Auf der Einkäuferseite wird die knapper werdende Ware gesucht und in dringenden Bedarfsfällen jeder geforderte Preis bezahlt. Hochfliegende Spekulationen auf beiden Seiten treiben die Kurse an.

Die Ukraine gehört in der Maisbranche zum drittgrößten Exporteur nach den USA und Argentinien. Der Export alterntiger Ware steht dabei genau so im Blickwinkel, wie die kommende Ernte. Die Befürchtung ist nicht von der Hand zu weisen, dass aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht ausreichend Betriebsmittel beschafft werden können, um eine durchschnittliche Ernte auf den Weg zu bringen.

Zwei weitere witterungsbedingte Probleme macht den ukrainischen Farmern zu schaffen. Dazu gehört in der Zentral- und Ostukraine größere aber noch nicht bezifferte Auswinterungsschäden bei den Wintergetreidearten und aufgrund fehlender Winter- und Frühjahrsniederschläge eine ausgesprochene Trockenheit, die die Frühjahrssaat in Frage stellt.

In den USA laufen die Maisexporte auf Hochtouren. In der abgelaufenen Woche wurden überdurchschnittliche 1,5 Mio. t verladen mit Schwerpunkt Richtung Mexiko und Japan. Auch von dieser Seite wirken Auftriebskräfte.

Inwieweit der plötzliche Kursaufschwung sich zu einer wachsenden Preisblase entwickeln wird, ist aus heutiger Sicht nicht absehbar. Zu sehr vermischen sich spekulative Kurzfristelemente mit nicht zu leugnenden Fundamentalfaktoren.

Von charttechnischem Interesse ist die Gap-Bildung zu Beginn der Hausse. Nach alter Börsenweisheit wird dieser Gap in der Folgezeit wieder geschlossen werden, vorausgesetzt weitere substantielle Auftriebsfaktoren verhindern eine solche Entwicklung.

Das bevorstehende Wochenende und der am Montag erscheinende neue USDA-Marktbericht veranlassen die Spekulanten vorerst kürzer zu treten und risikoreiche Engagements glatt zu stellen. Am Montagabend wird man weitersehen.

Getreidekurse im Auftrieb der Ukraine-Spannungen
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ZMP Live Expertenmeinung

Die Spannungen um den Ukraine-Konflikt treiben Spekulationen um die weitere Marktversorgung aus dem Schwarzmeergebiet in die Höhe. Ukraine, Russland und Kasachstan gehören mit rd 60 Mio. t  weltweit zur zweitgrößten Getreideexportregion nach den USA. Insbesondere die Maislieferungen aus der Ukraine aus alter Ernte steht im Vordergrund. Darüberhinaus wird die ukrainische Ernte 2014 durch Auswinterungs- und Trockenschäden gefährdet. Inwieweit die finanziellen Mittel reichen, mit Hilfe ausreichender Betriebsmittel eine durchschnittliche Ernte zu gewährleisten, ist fraglich. Die in der abgelaufenen Woche ins Kraut schießenden Getreidekurse werden jetzt erst mal durch das Wochenende und den am Montag erscheinenden USDA Marktbericht beruhigt.

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