09.
11.13
USDA und FAO mit neuer Einschätzung der Weltgetreideernte

Getreide Cockpit, 09.11.2013

Bullish
  • trotz großer Ernte bleibt Versorgungslage knapp durchschnittlich
  • Bei Weizen ist die Versorgung kritischer als beim übrigen Getreide
  • Exporthandel läuft auf hohen Touren
Bearish
  • Hohe Maisernte und überdurchschnittliche Versorgung im Futtergetreidesktor
  • Nachfrageverschiebungen: traditionelle Importländer eher zurückhaltend

Jüngste Ernteschätzungen                2012/13                                  2013/14

(in Mio. t)                                            Getreide          dar.                  Getreide          dar.

                                                           zus.                 Weizen            zus.                 Weizen

I G C  vom 31. Okt. 2013:                 1.790               655                  1.940               696

F A O vom 07. Nov. 2013:                1.822               660                  2.003               708

USDA vom 08. Nov. 2013:               1.787               655                  1.959               706

Der weltweit mit Spannung erwartete USDA-Bericht zum Getreidemarkt vom 8. Nov.-13 hat vorerst für einige Klarstellungen gesorgt, ohne dass große Überraschungen dabei waren. Der am Vortag erschienene halbjährlich erscheinende FAO-Bericht hat allerdings in Teilen  des Getreidemarktes einiges Erstaunen hervorgerufen.

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) schätzt nach dem ausgefallenen Okt-Bericht in seiner jüngsten Prognose die globale Getreideernte auf 1.958,7 Mio. t. Gegenüber dem schwachen Vorjahr beträgt die Steigerung +172 Mio. t bzw. +9,6 %. Legt man jedoch die langjährige Trendentwicklung der letzten 10 Jahre zugrunde, reduziert sich der Zuwachs auf durchschnittliche 5 %.

Auf der Verbrauchsseite wird mit 1.922,8 Mio. t kalkuliert, eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 110 Mio. t, bzw. rd. 6 %, etwas höher als die langjährige Entwicklungsrate.

Bei der Bilanzierung von Angebot und Verbrauch errechnet sich ein Endbestand von 376 Mio. t. Das ist ein Bestandsaufbau von rd. 36 Mio. t, im Regelfall ein Signal für ein niedrigeres Kursniveau. Für die globale Preisfindung ist die Versorgungskennzahl von 19,56 % Endbestand zum Verbrauch ausschlaggebend. Im Vergleich zum Vorjahr und Vormonat Sept.-13 mit nur 18,7 % ist das eine deutliche Besserstellung, reicht aber nur knapp an die langfristigen Versorgungszahlen von rd. 20 % heran.

Zwischen dem Weizen- und dem übrigen (Futter)Getreidemarkt, angeführt vom Mais, bestehen jedoch beachtliche Unterschiede. Das USDA schätzt die Weizenernte jetzt auf 706 Mio. t, 2 Mio. t weniger als im Vormonat Sept-13, aber um 50 Mio. t höher als im schwachen Vorjahr.  Der Weizenverbrauch wird auf 703 Mio. t eingestuft. Für den Jahresschluss 2013/14 errechnet sich ein um 3 Mio. t höherer Endbestand zum Vorjahr. Die Versorgungskennziffer beträgt jedoch nur 25,4 % und liegt damit etwa auf dem gleich niedrigen Niveau des Vorjahres im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt von 26,5 %.

Das USDA schätzt die Erzeugerpreise für US-Weizen auf jahresdurchschnittliche 7 $ je bu bzw. umgerechnet auf 19 € je dt. Die mögliche Spannbreite gibt die amerikanische Behörde mit 6,70 bis 7,30 $ je bu. an. An der CME wird der Weizen zurzeit mit 6,6 $ je bu gehandelt.

Die Versorgungslage beim Futtergetreide wird überdurchschnittlich gut eingeschätzt. Der Endbestand zum Verbrauch liegt mit 16,2 % deutlich über dem mehrjährigen Durchschnitt von 15,6 %. Mais bestreitet rund 80 % des übrigen Getreides und gilt mit 17,5 % Endbestand zum Verbrauch noch besser versorgt. Das USDA schätzt den Erzeugerpreis für US-Mais in einer Spannbreite zwischen 4,10 bis 4,90 $ je bu, umgerechnet von 11,94 bis 14,27 € je dt.

In ihrem halbjährlich erscheinenden Welternährungsbericht schätzt die FAO die Weltgetreideerzeugung ohne Reis auf über 2.003 Mio. t. Beim Weizen kommt man auf 708,5 Mio. t Erzeugung und das übrige Getreide wird bei 1.295 Mio. t eingeordnet. Im Falle des Maises soll die 1.000 Mio. t Marke knapp erreicht werden.

Im Endergebnis wird die Versorgungslage des Jahres 2013/14 mit 19,8 % Endbestand zum Verbrauch nur unwesentlich besser eingeordnet, als bei den übrigen Institutionen. Beim Weizen und Mais kommt man zu einer ähnlichen Beurteilung.

Hintergrund für die abweichenden Teilergebnisse sind unterschiedliche Erhebungs- und Verrechnungsmethoden. Was zählt, ist die abschließende Versorgungsbeurteilung, weil sich danach die Preise ausrichten.

USDA und FAO mit neuer Einschätzung der Weltgetreideernte
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ZMP Live Expertenmeinung

Die Weltgetreideversorgung mit einem Ergebnis knapp unter dem langjährigen Mittelwerten führt zu einem durchschnittlichen Preisniveau, das sich in einer vergleichsweise engen Bandbreite bewegt. Dennoch besteht eine ungewöhnliche hohe Preisspreizung zwischen Weizen und Mais, die mit den unterschiedlichen Versorgungslagen in den beiden Sektoren in Übereinstimmung zu bringen ist. Das USDA hat diese Kursdifferenzierung mit seiner Preisprognose nochmal unterstützt. Die abwärts gerichteten Kursbewegungen vor der Veröffentlichung der Marktberichte werden zurzeit korrigiert, wobei bisher nur ein erster Anlauf zu sehen war.  

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