10.
10.13
Euronext Paris: Weizen 200 € je t für kurze Zeit auf breiter Front erreicht

Getreide Cockpit, 10.10.2013

Bullish
  • Anhaltend knappe Weltweizenversorgung
  • Verschärfung der Versorgungslage durch Probleme im Schwarzmeergebiet
  • Drängender Importbedarf
  • Keine Entlastungsaussichten in absehbarer Zeit im Weizensektor
  • Risikoprämie aufgrund des "shut down" in den USA
Bearish
  • überdurchschnittliche Futtergetreideversorgung
  • weiterhin hohe Erwartungen an US-Maisernte
  • starker Eurokurs

Amerikas „shut down“: Agrarmarktdaten stecken im Dunkel der abgeschalteten Computer und die Marktteilnehmer tappen im Nebel von Zufallsinformationen

Die Zwangsbeurlaubung der Angestellten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) versetzt  große Teile des US-Agrarmarktes in zunehmende Orientierungsprobleme zum aktuellen Markt- und Preisverlauf.

 „Im Regelfall hören wir  ja nicht so gerne zu, was die Regierung uns zu sagen hat, aber jetzt stecken wir in dicken Nebel“, so drückt es ein nachdenklich gewordener von Natur aus skeptischer Börsianer aus.

Welcher Aussagewert steckt noch in den Kursen? Je länger die Krise anhält, umso kritischer werden Unsicherheitslage und ein turbulenter Neustart mit sich überschlagenden  Nachholbedarf an Marktinformationen. Die zurzeit bei günstigem Standwetter anfallenden konkreten Druschergebnisse werden dringend gebraucht, um die Ernteschätzungen mit handfesten Daten untermauern zu können. Auch die Zahlen zur Erntefläche stehen noch auf wackeligen Beinen. Die US-Maisernte ist in diesem Jahr Dreh- und Angelpunkt für den weltweiten Marktverlauf.

An der Pariser Börse haben die Weizenkurse die 200 € je t–Marke in allen Lieferterminen bis Mai 2014 überschritten. Die aktuellen Antriebskräfte stammen aus dem ungewöhnlichen Start der EU-Weizenexporte, die bis dato mehr als 80 % über dem Vergleichswerten des Vorjahres liegen. Die Analysefirma „Strategie Grains“ prognostiziert die EU-Exporte mittlerweile auf über 23 Mio. t, plus 3 Mio. t höher als im Vorjahr. Hauptimporteure sind die nordafrikanischen Staaten, die trotz teilweise eigener guter Ernten ihren verbleibenden Einfuhrbedarf zu einem beachtlichen Teil in der EU suchen.

Die Weizenqualitäten aus dem Schwarzmeergebiet sind nach den Dauerregen in Teilen Südrusslands und der Ukraine offensichtlich nicht bedarfsdeckend zu bekommen. Die gleichen Niederschläge verhindern einen Teil der russischen und ukrainischen Wintersaatenbestellung mit der Folge, dass über eine Rationierung der Exporte zwecks Vorsorge für eine schwache Ernte 2014 nachgedacht wird.

Selbst der vergleichsweise starke Euro hat bei den EU-Exporten wemig  Widerstandskraft entwickelt.  

Es bleibt jedoch die Frage, inwieweit sich die Weizenkurse noch weiter von den Maiskursen abkoppeln können, wenn neue Druschergebnisse die hohen Ernteerwartungen beim US-Mais untermauern sollten. Viel Spielraum ist angesichts der Austauschbarkeit mit Mais auch aus Übersee bei aktuell günstigen Frachtkosten nicht vorhanden.

Euronext Paris: Weizen 200 € je t für kurze Zeit auf breiter Front erreicht
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ZMP Live Expertenmeinung

Die fundamental knappe Versorgungslage im Weltweizenmarkt hat sich in den letten Wochen in den steigenden Börsenkursen festgesetzt. Die jüngsten Meldungen aus dem Schwarzmeergebiet, sowie der rasante Start der EU-Weizenexporte gaben denjenigen Recht, die auf steigende Kurse gesetzt haben.

Allerdings sollte man das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. In diesem Jahr wird der Maiskurs die Weizenpreise an der stramm gespannten Leine halten. Jede Veränderung in der Maisversorgung wird sich im Rahmen des derzeit  ungewöhnlichen Preisverhältnises zwischen knappen Weizen und reichlichen Mais auf beiden Seiten niederschlagen.

Zurzeit fehlt die fundamentale Orientierungsabsicherung  durch den ausfallenden USDA-Okt-13-Bericht.

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