11.
01.14
Jan.-2014: Weizen runter - Mais rauf

Getreide Cockpit, 11.01.2014

Bullish
  • Globale Getreideversorgung im knappen Durchschnitt
  • Maisversorgung knapper geschätzt
Bearish
  • globale Weizenbilanz verbessert
  • Maisversorgung immer noch im Durchschnitt

USDA –Berichte bringen Getreidemärkte in heftige Bewegung

Gleich 3 Veröffentlichungen zum Getreidemarkt, von denen jeder einzelne Bericht für starke Marktreaktionen gereicht hätte, haben am Freitag 10. Jan 2014 für erhebliche Korrekturen der bisherigen Preisentwicklung gesorgt. Maiskurse stiegen um 5,5 % und glichen damit den Rückgang der letzten Wochen komplett wieder aus. Weizenkurse hingegen bekamen nochmal einen kräftigen Schubs nach unten und landeten schließlich bei 15,5 € je dt an der Chicagoer Börse. Aber auch Paris hat Federn gelassen. Die Weizenkurse für März fielen auf 19,35 € je dt, während Mais nur knapp unverändert notierte.

Die wesentlichen Anstöße für die Kurskorrekturen kommen aus den USA selbst. Im Falle des Maises wurden die Ernteergebnisse bei größerer Flächenschätzung,  aber abgesenkter Ertragsfeststellungen nach unten korrigiert. Der Maisverbrauch wurde aufgrund der Vorräteberichte  zum 1. Dez. 2013 höher taxiert. Ein höherer als bisher angenommener Maisverbrauch zur Bioethanolherstellung hat ebenfalls zu einer engeren US-Bestandsentwicklung beigetragen, die durch Einschränkungen in anderen Verbrauchssektoren nur begrenzt ausgeglichen wurden.  Das USDA schätzt die Maispreise auf Erzeugerstufe jetzt in einer Spannbreite von 4,10 bis 4,7 $ je bu. bzw. 11,95  bis 13,70 € je dt im Durchschnitt des Jahres 2013/14

Der beschleunigte Weizenpreisrückgang wurde durch eine höhere Ernteschätzung auf Weltebene mit 712,5 Mio. t und durch einen verringerten US-Verbrauch eingeleitet. Steigende US-Exportzahlen wegen abfallender Konkurrenz aus Argentinien sowie eine deutliche Abstufung der US-Weizenaussaatfläche zur Ernte 2014 im Anbauflächenbericht hat den Preissturz nicht erkennbar mindern können. Das USDA schätzt die US-Weizenpreise auf Erzeugerstufe zwischen 6,6 bis 7 $ je bu bzw. knapp 18 und 19 € je dt für den Durchschnitt des Jahres 2013/14.

Die globale Getreideversorgung bleibt nur knapp durchschnittlich. Das Versorgungmaß „stock to use ratio“ errechnet sich auf 19,6 %, liegt zwar um einen Prozentpunkt höher als im Vorjahr aber doch unter dem mehrjährigen Durchschnittswert von rd. 20 %. Die weltweite Weizenversorgung stellt sich nach der Erhöhung von Ernte und Endbeständen bei gleichzeitig abgesenkten Verbrauch mit 26,3 % stock to use ratio nochmal ein Stück besser dar. Dagegen sank die bisherige Einschätzung einer überdurchschnittlichen  Versorgung auf dem Futtergetreidesektor  auf nur noch 15,6 %, liegt aber deutlich höher als die beiden vorangegangenen Jahre mit 13 % bzw. 14 %.

Der Jan-Bericht des USDA wird als die vorerst letzte richtungsentscheidende Markt- und Preisschätzung angesehen, weil die meisten Ernten gelaufen sind und die noch ausstehenden von wesentlich geringerer Bedeutung sind. Große Korrekturen an den Ergebnissen werden nicht mehr erwartet, so dass die zukünftigen  Kurse in enger Bandbreite um das aktuelle Niveau verlaufen werden.  Im weiteren Verlauf der nächsten Monate rücken die Ernteschätzungen des Jahres 2014/15 zunehmend ins Blickfeld.

Jan.-2014: Weizen runter - Mais rauf
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ZMP Live Expertenmeinung

Die bislang starke Spreizung zwischen US-Weizen- und Maiskursen infolge unterschiedlicher Versorgungslagen verringert sich aufgrund der jüngsten Einschätzungen des USDA zur Marktlage wieder. Die weltweite Weizenversorgung wird besser eingestuft. Infolge der Abstufung der US-Vorratsbestände erfährt die bisher überdurchschnittliche  Maisversorgung einen kräftigen Dämpfer. Dementsprechen fallen dei Weizennotierungen und die Maispreise ziehen an. Einen durchschlagender Effekt ist nur beim Weizen an der Pariser Börse angekommen.

Nach allgemeiner Erfahrung sollte der Jan-Bericht die vorerst letzte richtungsweisende Markt- und Preisschätzung sein. Große Korrekturen werden aufgund der weitestgehend abgeschlossenen Ernten 2013/14 nicht mehr zu erwarten sein. Damit wird sich die Preisentwickung für die nächsten Monate in einer engen Bandbreite um das aktuelle Niveau bewegen.

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