11.
04.14
Zukünftige Weizenpreise auf Trendniveau?

Getreide Cockpit, 11.04.2014

Bullish
  • Nur durchschnittliche Ernteerwartungen
  • erste Schätzungen prognostizieren schwächere globale Weizenernte
  • Prämien für Anbau und Ernterisiken
Bearish
  • Nachfrage nicht mehr so drängend
  • günstige Teilernten für den Rest des Getreidewirtschaftsjahres
  • Hohe kanadische Weizenexporte sind auf dem Weg
  • gestiegene Überhangbestände

Terminkurse für Weizen und Mais (umgerechnet in € je t)

 

Mai 14

Jul 14

Sep 14

Nov 14

Dez 14

Weizen, Paris

208,25

-

-

200,25

-

Weizen, Chicago

176,36

178,43

180,83

-

184,62

Mais, Chicago

142,28

143,85

143,70

-

143,13

EU-Weizenpreise orientieren sich am stabilen Niveau um 200 € je t 

Das Auf und Ab der Weizenpreise in einem 1 bis 2 monatigen Rhythmus hat eine hohe Aufmerksamkeit erfahren, weil immer wieder grundlegende Trendwenden dahinter vermutet wurden. Betrachtet man die Kursverläufe seit Juli vorigen Jahres mit Hilfe eines nivellierenden Blickwinkels, erkennt man,  dass das durchschnittliche Preisniveau  an der 200 € je t Linie verläuft und die zeitweisen Abweichungen sich immer wieder an diesem Mittelwert orientieren.  

In den Monaten Febr. und März 2014 erlebten die Kurse einen beachtlichen Auftrieb. Ursachen für die steigenden Notierungen findet man in den USA mit hohen Auswinterungsschäden und  gebietsweiser Trockenheit in den Weizenanbaugebieten. Die Unsicherheiten um die Lieferfähigkeit aus der Ukraine haben ebenfalls dazu beigetragen. Die schwache Weizenernte in Argentinien hat Brasilien als Weizenimportland gezwungen, sich vermehrt in den USA zu versorgen. Starke Nachfrage kam aus den nordafrikanischen Ländern und des Nahen und mittleren Ostens. Auch Chinas erhöhte Importaktivitäten haben einen Beitrag dazu geleistet, dass der internationale Weizenhandel  einen kräftigen Schub erlebt hat. In der EU sind die Ausfuhren so stark angewachsen, dass die gestiegene Erntemenge in voller Höhe vom Export aufgesaugt wurde.

Nach dem jüngsten USDA-Bericht zur globalen Versorgungslage zeigen die Kurse wieder Schwächetendenzen, die in den USA stärker ausgeprägt sind als in Europa. Das ist erstaunlich, werden doch jetzt in wachsendem Umfange die Winterschäden an den US-Saaten mit Hilfe der wöchentlichen Saatenstandberichten dokumentiert.

Allerdings hat die jüngste USDA-Schätzung der globalen Angebots-Verbrauchsverhältnisse  auf dem Weizensektor  die gut durchschnittliche Versorgungslage mit einem stock-to-use-ratio  von 26,6 % nochmals unterstrichen. Die bisher eingeschneite Rekordernte an kanadischen Weizen mit einem Zuwachs von 38 % kommt jetzt verstärkt auf den Markt. Argentiniens Weizenernte wird wieder etwas besser eingeschätzt. Brasiliens Farmer bauen als Zweitfrucht nach Soja vermehrt den günstigeren Weizen an, als es mit Mais zu versuchen. In Europa wächst nach dem milden Winter und frühem Vegetationsbeginn eine große Ernte heran, auch wenn zurzeit berechtigte Befürchtungen um zu geringe Niederschläge aufkommen.

Aus China kommen Meldungen, dass die ursprünglich geschätzten Importmengen von 19 Mio. t um 3 bis 5 Mio. t überschätzt seien. Ganze Schiffsladungen werden storniert.

Die ersten Prognosen von FAO und IGC für die globale Weizenernte 2014 sagen etwas niedrigere Ergebnisse in der Größenordnung von rd. 1,5 % voraus. Die Versorgungslage soll sich 2014/15 nicht verbessern. Der wesentliche Grund für die Einschätzung besteht darin, dass eine Wiederholung der überdurchschnittlich hohen Hektarerträge des Vorjahres nicht sehr wahrscheinlich ist. Ins Blickfeld  rückt zunehmend auch das Wetterphänomen EL Nino mit seinen gebietsweisen Trocken- und Regenperioden in der 2. Jahreshälfte  2014.

Die aktuelle und zukünftige Versorgungslage sprechen aus heutiger Sicht dafür, dass das Preisniveau um die 200 €/t Linie mit plausiblen Begründungen untermauert werden kann. Dennoch sollte man die entscheidenden ertragsbildenden Zeitspannen in den Monaten Mai/Juni bzw. August nicht unterschätzen. Zu diesen Terminen können noch entscheidende Weichenstellungen stattfinden.

Zukünftige Weizenpreise auf Trendniveau?
ZMP Live+ Logo

ZMP Live Expertenmeinung

Die Weizenpreisentwicklung hat sich im Verlauf des Jahres 2013/14 deutlich an der Trendlinie von rd. 200 €  t orientiert. Die Schwankungen um diesen Mittelwert wurden durch zeitweilig unterschiedliche Beurteilungen der Bedeutung der Einflußfaktoren ausgelöst und durch gegenläufige Entwicklungen in den einzelnen Marktregionen wieder ausgeglichen.

Für eine  Preisbeurteilung auf höherem Absicherungsniveau wird man erst die ertragsentscheidenden Zeitspannen im Mai/Juni bzw. im Aug. abwarten müssen.

ZMP Marktbericht kompakt
Aktuelles von den Märkten kompakt für Sie zusammengefasst

Achtung, du siehst derzeit historische Daten da du entweder kein ZMP Live+ Mitglied oder nicht eingeloggt bist. Hol dir jetzt den Informationsvorsprung!

11.
05.24
09:06

1. USDA-Schätzung: Weltgetreidemarkt 2024/25 mit wenig Veränderung zum Vorjahr In ihrer jüngsten Mai-Ausgabe hat das US-Agrarministerium (USDA) eine erste Schätzung der Weltgetreideversorgung 2024-25 veröffentlicht. Dabei werden die weltweite Erzeugung und Verbrauch nur geringfügig erhöht. Tendenziell geht die Versorgungslage im Vergleich zum…

04.
05.24
09:15

FAO aktualisiert Weltgetreideschätzung 2023/24 – Kürzungen Ernteschätzung 2024/25 Die Agrar- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat in ihrem jüngsten Mai-24-Bericht die bisherigen Ergebnisse der Weltgetreideernte 2023/24 einschl. Reis auf den neuesten Stand gebracht. Gleichzeitig wurden erste Prognosen für 2024/25 deutlich…

24.
04.24
09:29

MARS schätzt EU-Weizenerträge geringfügig über Durchschnitt Das Agrarmeteorologische Institut der EU-Kommission (MARS) hat in seiner neuen Apr.-24-Ausgabe auf der Grundlage der Klimadatenauswertung von 1. Mrz. bis 13. Apr. 2024 seine Ertragsprognosen aus dem Vormonat auf den neuesten Stand gebracht. Die Vergleiche werden sowohl zum Vorjahr als auch…

Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Jetzt registrieren

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich