12.
06.14
USDA schätzt zweitbeste Getreideernte 2014/15

Getreide Cockpit, 12.06.2014

Bullish
  • Ernterisisken stehen noch bevor
  • Wetteranomalie EL Nino kaum berechenbar
Bearish
  • Aussichten für eine hohe Ernte nach aktuellem Kenntnisstand gut begründet
  • unterdurchschnittliche Verbrauchszunahme

USDA-Bericht: Hohe Ernteerwartungen bestätigt

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) hat in seiner jüngsten Juni-Ausgabe eine globale Getreideernte in Höhe von 1.960 Mio. t (Vorjahr 1.1986 Mio. t) geschätzt. Dem steht ein Verbrauch in Höhe von 1.950 Mio. t (Vorjahr 1.941 Mio. t)  gegenüber.

Unter Berücksichtigung der Anfangsbestände wird am Ende des Getreidewirtschaftsjahres eine Bestandsaufstockung von 391 auf 401 Mio. t erwartet. Das liefert ein beruhigendes Polster für evtl. Fehleinschätzungen. Die Versorgungskennzahl „stock-to-use-ratio“ errechnet sich auf 20,5 %. Das entspricht genau dem 10-jährigen Durchschnittswert.

Die Weizenernte wird mit 701 Mio. t deutlich niedriger als im Vorjahr mit 714 Mio. t eingestuft. Auf der Verbrauchsseite stehen 699 Mio. t (Vorjahr 703 Mio. t). Die Überhangbestände verändern sich nur wenig. Die Versorgungslage entspricht damit den mehrjährigen Mittelwerten.

Beim Futtergetreide wird eine Gesamternte von 1.259 Mio. t gegenüber dem Vorjahr von 1.273 Mio. t geschätzt. Darin ist eine Maisernte von 957 Mio. t enthalten, die zu 40 % Anteil in den USA heranwächst. Die Versorgungslage im Futtergetreidebereich ist mit rd. 17 % im guten Durchschnittsbereich.

Im weltgrößten Anbaugebiet  USA wächst eine etwa gleich hohe Ernte wie im Vorjahr heran. Die US-Weizenernte wird aufgrund von Auswinterungs- und Trockenschäden um rd. 15 % schlechter eingestuft als normal. Sowohl von der Menge wie vom Preis her wird der US-Weizenexport kräftig an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Dafür rechnet man mit überdurchschnittlich guten US-Maisernten.

In der EU-28 soll die drittbeste Ernte mit knapp 300 Mio. t erreicht werden. Überdurchschnittlich hohe Weizenerträge aufgrund der günstigen Frühsommerentwicklungen tragen dazu bei, dass die EU noch vor den USA zum weltgrößten Weizenexporteur wird. Die günstige Transportanbindung zum größten Importgebiet an der nordafrikanischen Küste und im Nahen Osten trägt zu einem spürbaren Wettbewerbsvorteil bei.

Die Schwarzmeerländer Russland, Ukraine und Kasachstan sollen zwar mit durchschnittlichen Ernten und Exportzahlen aufwarten, allerdings sind die Vorbehalte hinsichtlich der politischen und finanziellen Unsicherheiten nicht von der Hand zu weisen. Trockenschäden in Teilen Russlands und Kasachstans sind noch nicht in vollem Umfange abschätzbar. Das Schwarzmeergebiet mit seinen Billigangeboten macht der EU heftige Konkurrenz, allerdings lassen die Getreidequalitäten dieses Herkunftsgebiets häufig zu wünschen übrig.

In China wird nach den Hochrechnungen eine Rekordernte erwartet. Die in den Vorjahren hochgeschnellten Getreideeinfuhren sollen sich im kommenden Jahr von 19 auf 13 Mio. t  reduzieren. Gleichzeitig steigen die kritisch gewordenen Vorratsbestände von 35 auf rd. 40 % an. Zwar kann die chinesische Getreidewirtschaft das ursprüngliche Ziel von 95 % Selbstversorgung nicht mehr einhalten, aber dafür sorgt die Regierungspolitik dafür, dass die Getreidebestände nicht unter 35 % fallen.

Die Ernten im Nov./Dez.2014 auf der Südhalbkugel Australien und Argentinien sind noch schwer abschätzbar. Das Wetterphänomen El Nino kann unberechenbare Bedingungen schaffen. Das australische Landwirtschaftsministerium ABARES hat seine Ernteprognosen bereits deutlich heruntergesetzt, nachdem in den östlichen Anbaugebieten bereits jetzt die Bodenwasservorräte als nicht ausreichend eingeschätzt werden.

Die Börsennotierungen haben überwiegend mit Kursrückgängen reagiert. Dabei wird sich in den nächsten Wochen nach Beginn einer frühen und großen Ernte Preisdruck aufbauen, der sich mit Ernteabschluss relativieren wird. Die späteren Terminkurse an den Börsen signalisieren im weiteren Jahresverlauf wieder ansteigende Notierungen.

USDA schätzt zweitbeste Getreideernte 2014/15
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ZMP Live Expertenmeinung

Die Schätzung einer zweitbesten globalen Getreideernte 2014/15 ist aus heutigem Kenntnisstand gut zu begründen. Zwar sind Ausfälle in Teilgebieten zu erkennen, dafür sind auch überdurchschnittlich gute Entwicklungen zu belegen. Die Ernterisiken bleiben. EL Nino ist zu berücksichtigen, aber schwer zu kalkulieren.

Der Rückgang der Börsenkurse spiegelt die gut durchschnittliche Versorgungslage wider. Der Erntedruck wird in den nächsten Wochen und monaten anhalten. Im Verlauf des weiteren Jahres wird sich jedoch die Durchschnittlichkeit der Versorgungslage in durchschnittlichen Preisen niederschlagen. Das läßt auch eine Wiedererholung der jetzt unterdurchschnittlich tendierenden Preise hoffen.

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